Hamburg - Auf der Fahrt in die Osterferien muss man durchschnittlich drei Cent mehr für einen Liter Sprit bezahlen. Der Mineralölkonzern BP/ARAL gab vor den Feiertagen den Startschuss für diese Preiserhöhung. Die anderen Mineralölkonzerne folgten. Damit kostet Normalbenzin rund 1,09 Euro, Super 1,11 und Super Plus 1,15 Euro. Diesel stieg auf 92 Cent.
Der ADAC sieht darin einen dreisten Versuch, die Kunden vor dem Osterreiseverkehr gezielt zu schröpfen. "Eigentlich haben wir gedacht, die Konzerne würden es dieses Mal sein lassen", sagte ADAC-Sprecher Dieter Wirsich der "Berliner Zeitung". Die Mineralölkonzerne weisen derartige Vorwürfe zurück. Jeder Sprecher hat dafür seine eigene Begründung.
Aral-Sprecher Detlef Brandenburg rechtfertigt den unvermittelten Anstieg mit einem regionalen Preiskampf der Tankstellen. "Wir gehen nur wieder auf das Niveau vom Dienstag letzter Woche und füllen die seitdem abgebröckelten Preise auf", sagte Brandenburg. Er erinnerte daran, dass der Benzinpreis 2002 genau 72 mal angehoben wurde.
Nach Ansicht von Esso-Sprecher Karl-Heinz Schult-Bornemann sind die Sprit-Preise in Deutschland mehr gesunken, als es der internationale Ölmarkt zulässt. "Das hat dazu geführt, dass die Wirtschaftlichkeitsschwelle deutlich unterschritten wurde", sagte er. Shell-Sprecher Rainer Winzenried sprach sogar von "gestiegene Beschaffungskosten".
Angesichts der Entwicklung auf den internationalen Rohölmärkten lässt sich laut Wirsich die Preiserhöhung allerdings nicht erklären. Im Gegenteil: tatsächlich seien Preissenkungen möglich, und zwar in Höhe von drei bis vier Cent je Liter. Ein Barrel der Sorte Brent kostet heute 22 US-Cent weniger als im Juni 2002 (24,94 Dollar).
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