New York/Tokio - Der Euro ist am Donnerstagnachmittag deutlich über 1,1220 Dollar gestiegen. Auslöser waren die unerwartet schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Sowohl der ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe im April als auch die Bauausgaben März blieben hinter den Erwartungen zurück. Am Mittag waren bereits die Daten zur Produktivität im ersten Quartal unerwartet niedrig ausgefallen. Innerhalb weniger Minuten stieg der Euro bis auf 1,1230 Dollar , nachdem er kurz vor 16 Uhr noch bei 1,1179 Dollar notiert hatte.
Nach Ansicht von Charttechnikern kann der Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung weitergehen: Der Euro habe Luft bis auf 1,1265, dann bis 1,1350 und möglicherweise sogar bis auf 1,1437 Dollar, heißt es. Es sei unwahrscheinlich, dass er unter die Unterstützung bei 1,1150 falle.
Noch am Mittwoch hatte die Europäische Zentralbank den Referenzkurs auf 1,1131 Dollar festgesetzt (Dienstag: 1,0956 Dollar).
Neben den Konjunkturdaten lasten Sorgen über das riesige Budgetdefizit und die niedrigen US-Zinsen auf dem Dollar. Der Satz für Tagesgeld liegt mit 1,25 Prozent bereits so niedrig wie seit 41 Jahren nicht mehr. Die amerikanische Notenbank berät am kommenden Dienstag über die Zinsen.
US-Notenbankchef Alan Greenspan hatte sich am Mittwoch vor dem Repräsentantenhaus vorsichtig optimistisch geäußert. Er rief aber die Unternehmer zu mehr Optimismus und Investitionen auf. Die gewachsene Zuversicht der Verbraucher finde sich im Kreis der Unternehmer nicht wieder, klagte der Notenbankchef.
Auf anderen Social Networks posten:
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Wirtschaft | Twitter | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2003
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH