New York - Walkie-Talkie-Technik liegt wieder im Trend - zumindest die von Nextel. Der Verkaufsschlager des Telefon-Herstellers ist ein handybasiertes System, mit dem eine Zahl von Gesprächspartnern ohne Nummernwahl direkt erreicht werden kann - zum Flatrate-Tarif. Die rasante Nachfrage hat Nextel auf Platz eins des brandneuen IT-Rankings katapultiert, das "Business Week" in seiner neuesten Ausgabe veröffentlicht hat.
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Mit ihrem Ranking wollen die Redakteure des US-Wirtschaftsmagazins aufzeigen, welche der IT-Unternehmen zurzeit die Nase vorn haben, was Dynamik, Gewinn und Zukunftsfähigkeit betrifft. Als Messlatte dienen insbesondere Umsatz, Gewinn und die Ausschüttungen an die Aktionäre. Beim letzten Punkt schnitt Nextel besonders gut ab: Das Walkie-Talkie-Angebot trug maßgeblich dazu bei, dass sich die Erträge der Anteilseigner innerhalb eines Jahres mehr als verdreifachten.
Der zweite Gewinner des IT-Rankings heißt Michael Dell. Jeder dritte Computer in amerikanischen Unternehmen trägt seinen Nachnamen, niemand verkauft weltweit mehr Rechner als er. Günstige und zuverlässige Massenware zu produzieren - das ist das Erfolgsrezept des Texaners. Derzeit erweitert Dell sein Sortiment um Drucker, Netzwerk- und Speichertechnologie und baut den Vertrieb außerhalb der USA weiter aus. Den dritten Platz nimmt der koreanische Hardware-Hersteller Samsung ein, der sich mit Computerchips, LCD-Displays und Handy-Produktion erfolgreich am Markt behauptet.
Deutsche Unternehmen kommen in dem Ranking praktisch nicht vor. Nur der Software-Riese SAP konnte sich im Konzert der Großen behaupten - die Walldorfer belegen Rang 40.
Die Autoren des Rankings wagen eine insgesamt optimistische Wachstumsprognose für die IT-Branche. Ein Indiz dafür sei, dass es 19 der hundert im Ranking vertretenen Unternehmen schafften, in den vergangenen zwölf Monaten in ihren Unternehmenszahlen die Farbe Rot durch Schwarz zu ersetzen, heißt es. Im Vorjahr hatte es nur sieben derartige Turnarounds gegeben.
Profitieren werden von den Aufschwung laut "Business Week" aber vor allem die großen Unternehmen. Denn sie haben genügend Bargeld für notwendigen Investitionen. Nach Informationen des Wirtschaftsmagazins verfügen allein die zehn größten IT-Firmen der Welt gemeinsam über 130 Milliarden Dollar in Cash.
Und sie wollen das Geld nutzen: Microsoft investiert massiv in die Entwicklung eines neuen Betriebssystems, das 2005 auf den Markt kommen soll. Nextel arbeitet mit Hochdruck an einer verbesserten Netzabdeckung für sein Walkie-Talkie-System. Auch der Prozessoren-Hersteller Intel setzt auf drahtlose Kommunikationschips. Die US-Telefongesellschaft Verizon lässt Milliarden springen, um innerhalb der nächsten zehn Jahre sämtliche Kunden mit modernen Fiberglaskabeln zu vernetzen. Und IBM will Computer entwickeln, die ihre eigenen Systemfehler per Selbstdiagnose beheben können. Das Fazit der Ranking-Autoren: "Technologiewerte kommen endlich wieder aus der Hundehütte an der Wall Street heraus."
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