Mainz - Das ZDF-Magazin WISO berichtet unter Berufung auf Informationen des Bundesrechnungshofes, dass zahlreiche Kreditinstitute die Renten illegalerweise mit Verspätung überwiesen. Vor allem Sparkassen schrieben die Altersruhegelder den Pensionären nicht am Tag des Zahlungseingangs gut, sondern zahlten die Renten erst einen Tag später aus. Dadurch entgingen den Rentnern, dem Bund und den Rentenversicherungen jährlich rund 33 Millionen Euro.
Laut ZDF sieht der Verband Deutscher Rentenversicherungsträger (VDR) dringenden Handlungsbedarf. Die Banken müssten das Geld an dem Tag auszahlen, an dem es eingehe, zitierte der Sender den Verband. Der Präsident des Sozialverbandes VdK, Walter Hirrlinger, erklärte in Berlin, es sei "ein unhaltbarer Zustand, dass die Kunden vieler Sparkassen ihre Rente erst einen Tag später bekommen, weil diese Institute das Geld über Nacht anlegen und damit Zinsgewinne erzielen". Wenn diese Praxis nicht aufhöre, "werden sich die Kunden überlegen, das Institut zu wechseln", drohte Hirrlinger.
Der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, Stefan Marotzke, glaubt, dass es allenfalls einzelne Geldinstitute gebe, die bei der Wertstellungspraxis vom rechtlich vorgeschriebenen Weg abwichen. Sein Verband werde den Vorwürfen nachgehen, sagte Marotzke. Zugleich sicherte er eine enge Zusammenarbeit mit dem Rechnungsprüfungsausschuss des Bundestages zu, der sich kürzlich mit den Informationen des Rechnungshofes befasst hatte.
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