Wirtschaft



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20.06.2003
 

EZB-Nachfolge

EU-Regierungschefs wollen Trichet

Zwei Tage nach dem Freispruch von Jean-Claude Trichet hat der EU-Gipfel in Porto Karras dem französischen Notenbankchef den Weg an die Spitze der Europäischen Zentralbank geebnet. Kreisen zufolge steht Trichets Berufung zum neuen EZB-Chef nun nichts mehr im Wege.

Hat den Gipfel seiner Karriere erreicht: Jean-Claude Trichet
AFP

Hat den Gipfel seiner Karriere erreicht: Jean-Claude Trichet

Porto Karras - Aus der französischen Delegation verlautete am Freitag, die Staats- und Regierungschefs wollten in der Schlusserklärung des Gipfels ihre Zustimmung zur Kandidatur Trichets bekräftigen und den Finanzministerrat bitten, das formelle Verfahren zur Nachfolge von EZB-Präsident Wim Duisenberg einzuleiten.

Staatspräsident Jacques Chirac hatte sich auf dem Treffen in Nordgriechenland für Trichet eingesetzt. Der 60 Jahre alte Notenbank-Manager war am Mittwoch von allen Vorwürfen im Skandal um gefälschte Bilanzen der Großbank Credit Lyonnais freigesprochen worden, einen Tag später verzichtete die Staatsanwaltschaft auf Berufung. Duisenberg wollte ursprünglich bereits an seinem 68. Geburtstag am 9. Juli zurücktreten, hatte sich aber bereit erklärt, sein Amt noch etwas länger auszuüben.

Trichet, der seit zehn Jahren Präsident der Bank von Frankreich ist, gilt seit 1998 als Favorit für das Spitzenamt im Frankfurter Eurotower. Damals hatte Chirac den vorzeitigen Rücktritt von Duisenburg durchgesetzt. Trichet musste sich in den letzten Monaten aber vor einem Pariser Strafgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, als früherer Direktor des staatlichen Schatzamtes wissentlich geschönte Bilanzen der Credit Lyonnais gebilligt zu haben, und beantragte eine Bewährungsstrafe. Das Gericht erklärte Trichet jedoch in allen Punkten für nicht schuldig.

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