Hamburg - Nun hat das Kind zumindest einen Namen: Simpay. Bis zur Geburt wird es zwar noch lange dauern, aber für Chef Tim Jones ist schon jetzt klar, dass sich das System durch seine "Sicherheit und Benutzerfreundlichkeit" auszeichnen wird.
Doch wie dieses Ziel erreicht werden soll, daran scheiden sich offenbar die Geister. Klar ist nur: Internet-Downloads, Flugtickets oder Busfahrscheine - alles soll künftig per Handy bezahlbar sein. Die Simpay-Planer wollen kleinere Beträge direkt per Telefonrechnung abbuchen. Größere Summen sollen in Zusammenarbeit mit Kredit- und EC-Kartenanbietern transferiert werden.
Probleme mit dem Starttermin
Doch der Teufel steckt offenbar im Detail: "Es ist furchtbar mühsam, die Interessen der Mitglieder unter einen Hut zu kriegen", sagte ein Branchenkenner dem "Handelsblatt". Der Manager eines der beteiligten Unternehmen äußerte sich der Zeitung gegenüber ähnlich pessimistisch: "Wenn wir in dem Tempo weitermachen, ist es fraglich, ob wir den recht großzügig gesetzten Starttermin im ersten Halbjahr 2004 einhalten können."
Dabei ist die Zahl der Beteiligten noch überschaubar: Neben T-Mobile sind Vodafone, Orange und Telefonica Moviles am runden Tisch vertreten. Mitbewerber wie O2, Debitel und KPN haben zwar Interesse an einer Mitarbeit angekündigt, sind aber bislang bei den Beratungen noch nicht dabei.
In Deutschland haben neue Zahlungssysteme neben Kredit- und EC-Karten offenbar einen schweren Stand. Als mühselig erwies sich hier bereits der Versuch, Kunden an das Zahlen kleinerer Beträge per Geldkarte zu gewöhnen. Beim Zahlen per Mobiltelefon sind die Erfahrungen noch düsterer: Das System paybox wurde im Januar mangels Nachfrage eingestellt. Die Skepsis der Verbraucher war groß, die Zahl der Einsatzmöglichkeiten im Vergleich zum Plastikgeld äußerst gering.
Thomas Joppig
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