Wirtschaft



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23.06.2003
 

Bertelsmanns US-Zentrale

Geräumiger Wolkenkratzer zu verkaufen

Der Bertelsmann-Konzern erwägt angeblich, sein New Yorker Hauptquartier, das so genannte Bertelsmann Building, zu verkaufen. Experten schätzen den Wert des Wolkenkratzers auf knapp eine halbe Milliarde Euro.

Bertelsmann Building, 1540 Broadway: Wenn es den Güterslohern gehörte, würden sie es wohl verkaufen
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Bertelsmann Building, 1540 Broadway: Wenn es den Güterslohern gehörte, würden sie es wohl verkaufen

Gütersloh/New York - Das 44 Stockwerke hohe Gebäude liegt auf der Ostseite des Broadways am Time Square. Der Wolkenkratzer könnte nach einem Bericht der "New York Times" bis zu 450 Millionen Dollar einbringen. Derzeit gehört das Gebäude allerdings nicht Bertelsmann, sondern der Grünwalder KG Allgemeine Leasing - der Medienkonzern wohnt lediglich zur Miete.

Bertelsmann hatte das Gebäude 1991 für etwa 120 Millionen Dollar übernommen und an die süddeutsche Immobiliengesellschaft weiterverkauft. Bei diesem so genannten Sale-and-Lease-back-Geschäft hat Bertelsmann dem Vernehmen nach mit Grünwalder parallel zum Verkauf einen lang laufenden Mietvertrag abgeschlossen. Ferner besitzt der Konzern eine Rückkaufoption für das Gebäude.

Die dürfte wesentlich unterhalb der 450 Millionen Dollar liegen, mit der Immobilienexperten den Wert des Gebäudes taxieren - ein Verkauf des (rückgekauften) Gebäudes könnte dem Konzern somit einen dreistelligen Millionenbetrag einbringen. Bertelsmann bestätigte auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE, dass es für das Gebäude mit der Adresse 1540 Broadway Interessenten gebe. Details wollte ein Sprecher nicht nennen.

Es geht nur ums Geld

Neben dem Gebäude am Broadway besitzt Bertelsmann noch weitere Büroräume in einem anderen Hochhaus, in dem die Mitarbeiter der Buchsparte Random House untergebracht sind. Auch diese Räumlichkeiten sollen offenbar verkauft werden. Laut "New York Times" hat der Konzern die fraglichen Etagen bereits für 290 Millionen Dollar an die Immobileinfirma Jamestown veräußert. Ein Bertelsmann-Sprecher wollte dies nicht bestätigen, sprach jedoch von "weit fortgeschrittenen Verhandlungen".

Robert Sorrentino, der Präsident von Bertelsmann Inc. sagte, das Unternehmen werde sein New Yorker Hauptquartier und die Random-House-Räumlichkeiten auch im Falle eines Verkauf nicht räumen. Die "New York Times" hatte berichtet, der Verkauf von Gebäuden sei Teil eines strategischen Rückzugs der Gütersloher aus Manhattan. Ein Bertelsmann-Sprecher sagte: "Wir haben immer gesagt, dass uns Miete im Zweifelsfall lieber ist als Eigentum". Ein Verkauf von Immobilien sei keinesfalls ein Signal dafür, dass der Medienkonzern New York verlassen werde. Bertelsmann ist der größte deutsche Arbeitgeber in New York.

Von Thomas Hillenbrand

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