Einbahnstraße: Die Arbeitslosigkeit steigt immer weiter
Nürnberg - Die Zahl der Arbeitslosen ist im vergangenen Monat auf den höchsten Juni-Stand seit der Wiedervereinigung Deutschlands gestiegen. Nach Angaben der Nürnberger Bundesanstalt für Arbeit vom Dienstag waren 4,257 Millionen Menschen offiziell erwerbslos gemeldet. Gegenüber Mai ging die Zahl zwar um 85.000 zurück. Im Vergleich zum Vorjahresmonat kletterte sie jedoch um 303.000. Die Arbeitslosenquote sank von 10,4 Prozent im Mai auf 10,2 Prozent.
Der Rückgang der Arbeitslosen im Vergleich zum Mai hat nach Einschätzung von Experten allein saisonale Gründe. In der warmen Jahreszeit stellen vor allem Bauunternehmen, Gärtnereien und Gastwirte mehr Beschäftigten ein. Dennoch fiel dieser Effekt deutlich geringer aus als im Durchschnitt der vergangenen sechs Jahre. Seit 1997 war die Juni-Arbeitslosigkeit im Schnitt um 50.000 gesunken.
Wie stark die Konjunkturlage den Arbeitsmarkt belaste, macht die saisonbereinigte Erwerbslosenzahl deutlich. "Wir stecken weiter in einer Stagnationsphase. Daher sind im Moment keine konjunkturellen Impulse für den Arbeitsmarkt zu erwarten", sagte der der Arbeitsmarktexperte des ifo-Instituts, Wolfgang Meister.
Reformen zeigen kaum Wirkung
Auch Rainer Schmidt von Kieler Weltwirtschaftsinstitut sieht den Arbeitsmarkt durch die schwache Konjunktur weiterhin belastet. Leichte Verbesserungen sind nach seiner Einschätzung fast ausschließlich auf die mit dem Job-Aktivgesetz verbundenen häufiger verhängten Sperrzeiten für arbeitsunwillige Arbeitslose zurückzuführen.
Im Mai hatten nach Angaben der Bundesanstalt für Arbeit in Deutschland 4.343.400 Menschen keine Arbeit. Das waren 152.800 weniger als im April, aber 396.000 mehr als im Mai 2002. Die Arbeitslosenquote war im Mai von 10,8 auf 10,4 Prozent gesunken. Dies hing nach Experteneinschätzung auch mit der seit einigen Monaten verstärkt angewandten Arbeitsamts-Strategie der angezogenen Daumenschrauben zusammen.
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