Washington - Die amerikanische Waffenlobby ist verärgert über die US-Übergangsregierung im Irak. Grund: Die Behörde hatte einen Auftrag über 34.000 Gewehre vom russischen Typ AK-47 ausgeschrieben. Mit den Kalaschnikows will sie die neue irakische Armee ausrüsten, die in drei Jahren 40.000 Mann stark sein soll.
"Das hieße, dass sie die neue, verbesserte irakische Armee mit nicht-amerikanischen Waffen ausstatten", stellt John Pike von GlobalSecurity.org, einer amerikanischen Interessengruppe für Verteidigungspolitik, fest. Waffenexperten hatten zuvor gefordert, die neue irakische Armee mit modernem amerikanischen Gerät auszurüsten.
Ein Sprecher der Übergangsregierung rechtfertigte die Ausschreibung, die heute endet, gegenüber der "Los Angeles Times". Er sagte, die irakischen Rekruten seien bereits an die AK-47 gewöhnt. Außerdem sei die Kalaschnikow "am einfachsten zu erklären und am einfachsten zu benutzen".
Zwar müssen der Vertrag nach amerikanischem Recht geschlossen und die Sturmgewehre von einem US-Unternehmen geliefert werden. Dennoch geht der Großteil des Geldes nicht nach Amerika.
Die AK-47 wird nämlich fast ausschließlich in ehemaligen Ostblockstaaten hergestellt. Profitieren von der US-Entscheidung könnte daher Polen. Das Land hatte die USA im Irak-Krieg unterstützt.
"Wenn man es anders machen würde, könnte das eine Goldgrube für amerikanische Waffenlieferanten sein", wundert sich Pike über die Einkaufspolitik der Übergangsregierung.
Der Fall mit den Kalaschnikows aber werfe nun interessante Fragen für den weiteren Aufbau der irakischen Armee auf: "Was ist zum Beispiel mit Düsenjägern? Wollen sie vielleicht Kampfjets aus Schweden bestellen?"
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