Köln - Einer internen Studie des Bundeswirtschaftsministeriums zu Folge landen rund 80 Prozent der Einwegverpackungen trotz des dafür erhobenen Pfandes auf dem Müll, wie der WDR berichtet. Von diesem so genannten Pfandschlupf in Höhe von 450 Millionen Euro flössen rund 75 Millionen Euro an den Bund, der Rest bleibe bei den Händlern. Laut Gesetz müssten diese das Geld drei Jahre lang bereithalten.
Verbraucherverbände halten von dieser Regelung gar nichts. Sie fordern die Überweisung der Pfandmillionen auf ein Sonderkonto, um damit eine neue Verbraucherstiftung zu finanzieren.
Bundesumweltminister Jürgen Trittin schloss sich der Kritik der Verbraucherschützer an. Es sei unanständig, wenn der Handel sich an dem von ihm selbst angerichteten Durcheinander auch noch bereichere, sagte der Grünen-Politiker. Das Pfandgeld gehöre den Kunden. "Wenn diese es nicht abholen, wäre es nur recht und billig, wenn der Handel das Geld einem gemeinnützigen Zweck zuführt." Viele Bürgervereine, die Wald und Flur ehrenamtlich von Dosenmüll und Unrat befreiten, wären froh über eine Unterstützung ihres Engagements.
Unter Federführung der großen Ketten hatten die Einzelhandeslverbände den Aufbau eines bundesweit einheitlichen Rücknahmesystems für das Dosenpfand abgebrochen. Nun muss das Pfand genau da wieder abgeholt werden, wo es entrichtet wurde, was offenbar dazu führt, dass viele auf ihr Pfand verzichten.
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