Wirtschaft



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24.09.2003
 

Maut-Desaster

Toll Collect startet große Rückrufaktion

Die Erfassungsgeräte für die Lkw-Maut wurden laut "Berliner Zeitung" trotz massiver Softwarefehler ausgeliefert. Jetzt muss das Betreiberkonsortium Toll Collect nacharbeiten. Außerdem soll es Probleme mit dem TÜV geben.

Defekte Maut-Geräte: Unterschiedliche Maut auf identischen Strecken
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AP

Defekte Maut-Geräte: Unterschiedliche Maut auf identischen Strecken

Berlin - Toll Collect habe in einem Brief an deutsche Speditionen erstmals technische Fehler eingeräumt, berichtet die "Berliner Zeitung". Außerdem sollen nun defekte On Board Units (Obus) in einer groß angelegten Rückrufaktion erneuert werden. Wie gravierend die Fehler der Geräte noch sind, zeigt sich dem Bericht zufolge in einer im Brief aufgeführten Mängelliste: "Anzeige TC-mautfrei, obwohl mautpflichtige Straßen befahren werden; keine Reaktion des Gerätes auf Eingaben, obwohl alle Kontrolllampen brennen; Unterschiedlich angezeigte Mauthöhen auf identischen Strecken; Gerät schaltet sich nicht automatisch beim Ausschalten der Zündung ab." Toll Collect weist in dem Schreiben darauf hin, dass der Austausch der Geräte "natürlich kostenlos" sei und "anfallende Kostenpauschalen der Servicepartner von Toll Collect übernommen werden".

Damit nicht genug. Der Bundesverband Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung (BGL) machte in der "Berliner Zeitung" auf ein weiteres gravierendes Problem aufmerksam. Nach Angaben von BGL-Geschäftsführer Karlheinz Schmidt beeinträchtigen bestimmte Bordgeräte, die auf dem Armaturenbrett im Lkw installiert werden müssen, die Fahrersicht. Dadurch sei die Zulassung durch den TÜV gefährdet.

Jeder Monat Verzögerung kostet den Staat 163 Millionen Euro an Einnahmen. Die Bundesregierung will wegen der Probleme ebenso wie die Spediteure Schadenersatz von Toll Collect. Hinter dem Betreiberkonsortium steht neben der Deutschen Telekom und DaimlerChrysler die französische Cofiroute.

Die Deutsche Post hat bereits angekündigt, die Lkw-Maut an ihre Geschäftskunden weiterzureichen. Mit der derzeit noch für November vorgesehenen Einführung der Autobahn-Maut für Lkw werde will der Konzern einen Aufschlag von 8 Cent pro Paket erheben, sagte die Leiterin des Post-Zentralbereichs Politik und Umwelt, Monika Wulf-Mathies, der "Mitteldeutschen Zeitung". Zugleich kündigte die Post-Managerin als Reaktion auf die Maut eine Verlagerung der Transporte von der Straße auf die Schiene und die Einrichtung einer schnellen Ost-West-Verbindung für Pakete per Bahn zwischen Berlin und Köln zu Jahresbeginn 2004 an.

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