Stuttgart - Gerckens, der auch Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) ist, werde das Blatt baldmöglichst erwerben, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Antrag auf Ministererlaubnis zur Fusion des "Tagesspiegel" mit der "Berliner Zeitung" sei damit hinfällig. Der durch den Verkaufsbeschluss obsolet gewordene Antrag bei Clement sei zurückgezogen worden.
Im Grunde kommt das Geschäft einem so genannten Management-Buy-out gleich, denn Jahrzehntelang galt Gerckens als der Holtzbrinck-Flüsterer - der Mann, der als engster Vertrauter von Dieter von Holtzbrinck Einfluss auf die Geschicke des Verlages nahm.
Seit 1968 wirkte der 66-Jährige unter anderem als Geschäftsführer der Verlagsgruppe "Handelsblatt" und schließlich als Geschäftsführer des Holtzbrinck-Verlags in Stuttgart. Er sanierte die Regionalzeitung "Südkurier" gestaltete den Aufbau des Zeitungsbereichs des Verlages in den neunziger Jahren entscheidend mit. Auch in "Tagesspiegel" kennt Gerckens sich bestens aus. Schließlich sitzt er seit 1992 im Beirat der Zeitung.
Mit dem Kauf des "Tagesspiegels" wird der Holtzbrinck-Mann seine Ämter nun aufgeben. Nach Angaben des Verlages scheidet Gerckens mit sofortiger Wirkung aus dem Aufsichtsrat der Verlagsgruppe sowie allen anderen Verlagsgruppen-Gremien aus.
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