Wirtschaft



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18.10.2003
 

Stellenabbau

Bahn will 3000 Mitarbeiter feuern

Die Deutsche Bahn will in den kommenden Jahren im Fernverkehr fast 3000 Stellen abbauen. Die stärksten Einschnitte solle es bei den Zugbegleitern und im Vertrieb - also beispielsweise in den Reisecentern - geben.

Im Fernverkehr will die Bahn künftig mächtig einsparen
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DPA

Im Fernverkehr will die Bahn künftig mächtig einsparen

Der "Tagesspiegel am Sonntag" beruft sich in seinem Bericht auf interne Unterlagen des bundeseigenen Verkehrskonzerns aus denen die drastische Maßnahme hervor gehen. Derzeit hat die Fernverkehrstochter DB Reise & Touristik AG rund 21 700 Beschäftigte.

Die Bahn lehnte einen Kommentar zu den Zahlen ab. "Wir äußern uns grundsätzlich nicht zu internen Papieren", sagte Fernverkehrs-Sprecher Gunnar Meyer. Bekannt sei aber, dass der Konzern mit Blick auf die geplante Kapitalmarktfähigkeit im Jahr 2005 Kosten sparen wolle. "Wir reden nie über Stellen, sondern immer über Kosten." Derzeit gilt bei der Bahn ein Beschäftigungspakt, der betriebsbedingte Kündigungen ausschließt.

Nach "Tagesspiegel"-Informationen sollen die meisten der nahezu 3000 Arbeitsplätze bis Ende 2005 wegfallen. Abgeschlossen sein solle der Stellenabbau erst 2008. Im Vertrieb wolle die Bahn vor allem sparen, indem Kunden verstärkt Automaten oder das Internet für den Fahrkartenkauf nutzen. Derzeit liegt der Anteil bei etwa 15 Prozent der insgesamt verkauften Tickets.

Derweil hat die Bahn nach Informationen des SPIEGEL im Nahverkehr einen Rückschlag erlitten. Das Bundeskartellamt habe den geplanten Einstieg bei den hannoverschen Verkehrsbetrieben Üstra so gut wie gestoppt. Als Begründung nenne die Aufsichtsbehörde in einer "vorläufigen Einschätzung" vom 14. Oktober, dass der Zusammenschluss "eine spürbare Beschränkung des Wettbewerbs" bewirken würde. Dazu erklärte ein Konzernsprecher, es gebe noch keinen endgültigen Bescheid.

Mit dem Üstra-Geschäft will die DB zusätzlich zu ihrem S-Bahn- und Regionalbahnverkehr ins Bus- und Stadtbahnnetz von Niedersachsen einsteigen. Das Gemeinschaftsunternehmen Üstra Intalliance AG, an dem sich neben der Stadt Hannover und der Bahn auch die Nord/LB zu 20 Prozent beteiligen will, soll auch in Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Nordrhein-Westfalen und Bremen aktiv werden.

Die Pro-Bahn-Vereinigung "Allianz Pro Schiene" warnte unterdessen, dass bei Umsetzung der Subventionsabbaupläne der Ministerpräsident Roland Koch (CDU) und Peer Steinbrück (SPD) bundesweit jeder sechste Zug im Nahverkehr gestrichen werden müsse. Davon wären täglich mehr als 650 000 Fahrgäste betroffen. Von den bis 2006 angestrebten Kürzungen in Höhe von 15,8 Milliarden Euro sollten 3,8 Milliarden zu Lasten der Schiene gehen. "Das ist kein Rasenmäher, sondern ein einseitiger Kahlschlag", so die Allianz.

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