Wirtschaft



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22.10.2003
 

Überraschung in Heidelberg

MLP-Boss wirft das Handtuch

Weil er mehr Zeit für "private Interessen" haben wolle, wird der Chef des skandalumwitterten Finanzdienstleisters MLP, Bernhard Termühlen, zum Jahresende zurücktreten. Dem Unternehmen wird vorgeworfen, seine Bilanzen gefälscht zu haben, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Zuletzt flog MLP aus dem Dax.

Bernhard Termuehlen: Krise "nicht spurlos vorübergegangen"
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DPA

Bernhard Termuehlen: Krise "nicht spurlos vorübergegangen"

Heidelberg - Die Entscheidung über die Nachfolge werde in den kommenden Wochen fallen, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Heidelberg mit. Dabei sei eine externe wie auch eine interne Lösung möglich, sagte ein MLP-Sprecher. "Die Entscheidung liegt ganz allein beim Aufsichtsrat."

Der Rücktritt von Termühlen sei ausschließlich ein privater Beschluss. "Das hängt weder mit der geschäftlichen Entwicklung zusammen oder mit den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft." MLP war ab Mai 2002 wegen vermeintlicher Unregelmäßigkeiten bei der Rechnungslegung und angeblichem Insiderhandels unter Druck geraten. Die Mannheimer Staatsanwaltschaft hatte daraufhin Ermittlungen eingeleitet.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr verbuchte das Unternehmen erstmals in der 32-jährigen Unternehmensgeschichte einen Verlust. MLP schied im September wegen des drastisch gesunkenen Aktienkurses aus dem deutschen Leitindex Dax und wurde durch Continental ersetzt. Seitdem ist MLP im MDax notiert.

Das Unternehmen habe die schwere Krise im Jahr 2002 erfolgreich gemeistert, sagte Termühlen in einer Stellungnahme. "Dieser Kraftakt mit all seinen Begleiterscheinungen ging an mir nicht spurlos vorüber." Mit seiner Entscheidung möchte er nun Privates in den Mittelpunkt seiner Lebensplanung stellen, begründet Termühlen seinen Schritt. Termühlen hält rund 14 Prozent der MLP-Aktien. Tritt er als Konzern-Chef zurück, muss er einen Verkauf dieses Anteils nun nicht mehr öffentlich melden.

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