Frankfurt am Main - Erst kürzlich hatte sich der Internationale Währungsfonds dafür stark gemacht, das Drei-Säulen-System der deutschen Geldwirtschaft zu demontieren. Genossenschaftsbanken, Sparkassen und Privatbanken müssten stärker kooperieren und auch Banken aus anderen Gattungen übernehmen dürfen. Nur so lasse sich die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Geldhäuser im internationalen Vergleich steigern. Das Finanzministerium unterstützte die Thesen.
Nun könnte die Deutsche Bank den Anfang machen, indem sie eine Sparkasse in Mecklenburg-Vorpommern aufkauft. Laut "Handelsblatt" interessiert sich Deutschlands größte Privatbank für die Übernahme der Sparkasse Hansestadt Stralsund. Offiziell will die Deutsche Bank keinen Kommentar abgeben.
Beide beteiligten Institute betonten unterdessen, man führe keine Gespräche, die zum Kauf der Sparkasse führen könnten. Hingegen will der Ostdeutsche Sparkassen- und Giroverband (OSGV), Berlin, von Gesprächen mit der Deutschen Bank erfahren haben. Dabei könne es um eine Zusammenarbeit bis hin zu einer Übernahme gehen, sagte ein OSGV-Sprecher.
Der Verband habe die Stadt Stralsund zu einer Stellungnahme aufgefordert. Der Bürgermeister der Stadt Stralsund und Verwaltungsratsvorsitzender des Instituts, Harald Lastovka, will sich nach Angaben eines Sprechers amMittwochvormittag auf einer Pressekonferenz über die "Zukunftssicherung der Sparkasse Stralsund" äußern.
Die Sparkasse Stralsund wies im vergangenen Geschäftsjahr einen Bilanzgewinn von 0,58 Millionen bei einer Bilanzsumme von 550 Millionen aus. Das Institut ist in Stralsund mit sieben Geschäftsstellen vertreten und beschäftigt rund 160 Mitarbeiter.
Ob eine Übernahme zu Stande kommen könnte, ist auch insofern fraglich, als der Widerstand groß ist. Der OSGV etwa befürchtet, dass hier ein Präzedenzfall geschaffen werden könne. Auch der Vorstandsvorsitzende der Hessischen Landesbank, Günther Merl, lehnt eine Übernahme der Sparkasse ab. Diese sei erst möglich, wenn eine Änderung des Sparkassengesetzes von Mecklenburg-Vorpommern erfolgt sei. Und diese Änderung ist bisher nicht geplant.
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