Frankfurt am Main - Die zur Münchener Rück gehörende Victoria werde ihre Überschussbeteiligung für Neuverträge auf 3,3 Prozent senken, berichtet die "Süddeutsche Zeitung". Sie beruft sich auf Informationen von Jörg Schneider, Controlling-Vorstand der Münchener Rück. Für 2003 hatte der sechstgrößte deutsche Lebensversicherer den Angaben zufolge noch 4,5 Prozent ausgeschüttet.
Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft geht dem Bericht zufolge davon aus, dass sich die Überschussbeteiligungen im kommenden Jahr im Schnitt in einer Größenordnung von 4 bis 4,5 Prozent bewegen dürfte. Die Spannen zwischen den Unternehmen seien allerdings sehr groß angesichts der sehr unterschiedlichen Kapitalertragssituation.
Vor allem die Erträge von Lebensversicherern, die in der Vergangenheit stark an der Börse investiert hatten, sind seit der Flaute an den Kapitalmärkten massiv unter Druck. Als Hauptgrund für die deutliche Absenkung der Überschussbeteiligung bei der Victoria nannte Schneider gegenüber der "SZ" hohe Abschreibungen auf Aktien im Depot des Versicherers. Die Überschussbeteiligung bei der ebenfalls zum Konzern gehörenden Hamburg-Mannheimer werde sicherlich über der der Victoria liegen, wurde der Manager weiter zitiert.
Bereits für dieses Jahr hatten die Versicherer die Überschussbeteiligung gesenkt. Danach wird bemessen, wie sehr der Auszahlungsbetrag bei Vertragsablauf die Summe der eingezahlten Beiträge übersteigt. Neben der Überschussbeteiligung soll im kommenden Jahr auch der Garantiezins von bisher 3,25 auf den historisch niedrigen Stand von 2,75 Prozent sinken. Erst 2000 war die Mindestverzinsung von vier auf 3,25 Prozent herabgesetzt worden.
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