Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



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28.11.2003
 

Neues Euro-Allzeithoch

Angst vor dem Dollar-Crash grassiert

Erstmals seit seiner Einführung hat der Euro die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar übersprungen. Manche Volkswirte warnen, der Dollar könnte noch weitere 30 Prozent seines Wertes verlieren - Gift für die deutsche Exportindustrie.

Brennender Dollarschein: Gefährliche Tendenz am Devisenmarkt
REUTERS

Brennender Dollarschein: Gefährliche Tendenz am Devisenmarkt



Frankfurt am Main - Der EU-Stabilitätspakts scheint faktisch tot, die US-Konjunkturdaten sind weit besser als die europäischen: Eigentlich spricht vieles derzeit gegen den Euro und für den Dollar. Trotzdem setzte die europäische Gemeinschaftswährung ihren Höhenflug fort. Manche Experten schließen selbst einen Crash des US-Dollar nicht aus.

Seit Jahresbeginn legte der Euro im Vergleich zum Dollar knapp 15 Prozent zu. Vor einem Jahr pendelte der Euro noch um die Parität. Seinen Tiefststand hatte der Euro im Oktober 2000 mit 0,8230 Dollar erreicht.

"Der Euro war reif"

Am späten Nachmittag wurde der Euro mit 1,2006 Dollar notiert. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,1994 Dollar festgesetzt, nach 1,1902 am Donnerstag. Der Dollar kostete damit 0,8338 Euro. Im New Yorker stieg der Euro gegenüber dem Vortag ebenfalls, er blieb aber unter 1,20 Dollar. Ein Euro kostete um 19 Uhr europäischer Zeit 1,1994 Dollar in New York - nach 1,1941 am Mittwoch.

"Der Euro war reif für einen Sprung über die psychologisch wichtige Marke von 1,20 Dollar", sagte ein Händler. Trotz des neuen Rekordhochs sei der Handel aber ruhig verlaufen, sagten Marktteilnehmer. So reichten wenige Nachrichten aus, um den Euro am Freitagvormittag binnen weniger Stunden von 1,1930 Dollar über die 1,2000 Dollar zu hieven. Eine der Neuigkeiten war die überraschende Leitzinserhöhung in Ungarn. Das EU-Beitrittsland hob wegen des hohen Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizits seinen Leitzins um 3,0 Prozentpunkte auf 12,5 Prozent an.

"Das wäre ein schwerer Schlag"

Ein solches so genanntes Zwillingsdefizit ist auch in den Vereinigten Staaten zu beobachten ist und gilt dort als ernstes Risiko, das die weitere wirtschaftliche Entwicklung belasten könnte. Offenbar reichte schon die eigentlich eher wenig bedeutende Nachricht aus Ungarn, um die Devisenhändler an die US-Probleme zu erinnern. Ein weiteres Indiz dafür, dass sich an den internationalen Devisenmärkten eine extrem negative Stimmung gegen den Dollar aufgebaut hat. Auch das britische Pfund ist bereits am Donnerstag auf den höchsten Stand seit fünf Jahren im Vergleich zum Dollar gestiegen.

Euro vs. Dollar: Trotz guter US-Konjunkurdaten lässt sich der Euro nicht bremsen
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AP

Euro vs. Dollar: Trotz guter US-Konjunkurdaten lässt sich der Euro nicht bremsen

Nach dem Fall der psychologisch wichtigen Marke von 1,20 Dollar mehren sich deshalb ängstliche Stimmen, die Devisenmärkte könnten in eine Übertreibungsphase schlingern. "Ein Dollar-Crash würde die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen", mahnt Ulrich Kater, Leiter der volkswirtschaftlichen Abteilung der Frankfurter Deka-Bank. Auch die Strategen der DZ Bank äußern sich besorgt. "Die Erfahrungen zeigen, dass bei einer zu einseitigen Marktstimmung keine Anstiegsdynamik mehr entwickelt werden kann."

Gustav-Adolf Horn, Chefvolkswirt am Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung, hält angesichts des US-Haushaltsdefizits eine Dollarabwertung um weitere 20 bis 30 Prozent für denkbar. Dies wäre allerdings ein "schwerer Schlag für den Export", sagte Horn. Die Bundesregierung sieht in der derzeitigen Euro-Stärke hingegen noch keine Gefahr für die deutsche Exportwirtschaft. Die weitere Kursentwicklung müsse aber genau beobachtet werden, hieß es aus Berlin.

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