München - Für Sat.1, traditionell Sorgenkind des Unternehmens, soll künftig der Schweizer Roger Schawinski verantwortlich sein. Er ersetzt den bisherigen Geschäftsführer Hoffmann. Nachrichten-Vorstand Larass geht zum Jahresende, sein Posten soll nicht neu besetzt werden. Der 58-jährige Schawinski hatte unter anderem Tele24, den ersten landesweiten Privatsender in der Schweiz, gegründet.
Der Abschied von Larass war in der Branche erwartet worden. "Die Trennung erfolgt im besten gegenseitigen Einvernehmen", hieß es nun einer Mitteilung. Saban drängte schon seit längerem auf eine Vorstandsverkleinerung.
Schawinskis Berufung ist hingegen eine Überraschung. Er solle das unternehmerische Tempo von Sat.1 beschleunigen, sagte die ebenfalls neu berufene Unternehmenssprecherin Katja Pichler. Der Medienkonzern hatte angekündigt, dass Sat.1 im laufenden Jahr wieder schwarze Zahlen schreiben werde.
Saban hat bereits nach der Übernahme im Sommer begonnen, neue Akzente in der Personalpolitik zu setzen. Zunächst schickte er Vertraute in den Aufsichtsrat. Neuer starker Mann im Vorstand ist der Belgier Guillaume de Posch, der jetzt auch die operativen Geschäfte verantwortet. Vor wenigen Wochen trennte sich der Konzern zudem von TV-Vorstand Ludwig Bauer.
Larass war früher lange Jahre beim Axel Springer Verlag unter anderem als Chefredakteur und Herausgeber der "Bild" tätig. Zuletzt hatte er die Integration von N24 und des früheren Sat.1- Nachrichtenbereichs maßgeblich geprägt. Zugleich war Larass N24-Geschäftsführer. Seine Nachfolge dort tritt Torsten Rossmann an, bislang Konzernsprecher bei ProSiebenSat.1.
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