Nürnberg - Teilnehmer an der Sitzung des Verwaltungsrats hatten zuvor berichtet, Gerster habe vor dem Gremium gesagt: "Dann höre ich halt auf." Der Behördenchef sei nach den Vorwürfen um die Vergabe eines PR-Auftrages an die Berliner Firma WMP in einer "Phase der Resignation" gewesen.
Bayerns Arbeitsstaatssekretär Jürgen Heike (CSU) bestätigte allerdings lediglich, Gerster habe eingeräumt, dass er "nicht immer auf dem richtigen Weg" war. Er habe sich mit den Worten verteidigt: "Wer viel arbeitet, macht auch mal Fehler." Der Vorstand sei über den Prüfbericht des Bundesrechnungshofes zu der Vergabe-Affäre sehr betroffen gewesen.
Der Verwaltungsrat will den Vorstand der Behörde deshalb künftig schärfer kontrollieren. Rückwirkend sollen alle Verträge des BA-Vorstands in Höhe von mehr als 200.000 Euro von der Innenrevision überprüft werden, sagte die Vorsitzende des Gremiums, Ursula Engelen-Kefer. Ein Rücktritt von BA-Vorstandschef Florian Gerster war nach ihren Worten bei der Sitzung kein Thema.
Der Verwaltungsrat rügte die Vergabe des PR-Vertrags über 1,3 Millionen Euro an WMP als "rechtlich unzulässig". Zu dieser Einschätzung sei auch der Bundesrechnungshof in seinem Gutachten gekommen, dessen Entwurf dem Verwaltungsrat vorliege, sagte Engelen-Kefer. Vor allem die von WMP verlangte Beratungsleistung hätte in dem Vertrag eindeutiger definiert werden müssen. "Solche Probleme müssen wir in Zukunft verhindern."
Vom PR-Vertrag noch immer überzeugt
Engelen-Kefer verlangte vom BA-Vorstand zudem, den Verwaltungsrat in zentralen Fragen der Geschäftspolitik künftig präziser zu informieren.
Gerster dementierte Gerüchte, er habe im Vorfeld der Sitzung an Rücktritt gedacht. "Ich habe nie über einen Rücktritt nachgedacht. Ich habe einen Fünf-Jahres-Vertrag und werde ihn auch erfüllen. Ich bin noch nie in meinem Leben vor Verantwortung davon gelaufen", sagte er nach der Sitzung. Er gestand zugleich Fehler ein: "Mit meinem heutigen Wissen habe ich einen Fehler gemacht", sagte er. Von der Dringlichkeit eines solchen PR-Vertrags sei er aber noch immer überzeugt.
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