London - Vor allem in Nigeria und Australien seien die Vorkommen bei den Ölfeldern im derzeitigen Entwicklungsstand überschätzt worden, teilte Shell am Freitag mit. Gleichzeitig verringerte Shell die zum 31. Dezember 2002 bilanzierten Reserven um 3,9 Milliarden Barrel Öl, was rund 20 Prozent der gesamten als gesichert geltenden Ölreserven des Unternehmens ausmacht. Hintergrund für die Neubewertung seien unter anderem einige Tiefreservoir-Untersuchungen (depth reserve studies) im vierten Quartal 2003 gewesen.
Die Aktie von Shell
gab im frühen Handel in London zeitweise um mehr als sieben Prozent nach und belastete den britischen Leitindex FTSE-100. Die Nachrichten von Shell seien "ein Schock", sagte ein Londoner Börsianer. Merrill Lynch stufte
den Titel von "Buy" auf "Neutral" herab.
"Das Unternehmen verbraucht derzeit mehr Reserven als es neu entdeckt", heißt es in einem Kommentar der Landesbank Rheinland-Pfalz. Da im vergangenen Jahr keine großen Akquisitionen bekannt gemacht wurden, gehe man davon aus, dass dieser Trend anhält. Die Konsequenz aus dieser Entwicklung werden höhere Förder- und Entwicklungskosten sein, da der Konzern offensichtlich wenig Erfolge in großen, leicht zu erschließenden Feldern habe.
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