Köln/Berlin - Beim ersten Gespräch haben sich die Verhandlungsführer allerdings nur in Teilfragen angenähert. Es seien noch Punkte offen, die bei weiteren Gesprächen im Januar geklärt werden sollen, hieß es am Montag nach einem Treffen der Kassenärztlichen Bundesvereinigung mit den Spitzenverbänden der Kassen in Köln.
Die Arbeit des Gremiums kommt einer Sisyphos-Arbeit gleich denn bereits in den ersten Tagen des alltagsbetriebs haben sich eine Menge Ungreimtheiten herauskristallisiert, die bei allen Beteiligten für Unmut gesorgt haben.
Einige Schwachstellen nach Ansicht des Sprechers der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Roland Stahl, könnten schnell beseitigt werden. Dazu gehörten etwa die Regelungen bei Notdiensten oder Psychotherapeuten, die noch in diesem Quartal nachgebessert werden könnten. "Das wird sehr schnell gehen." Andere Veränderungsvorschläge wie die Aussetzung der Praxisgebühr bei der Abholung von Antibabypillenrezepten bräuchten bis zur Umsetzung länger, so Stahl. Dafür seien eventuell gesetzliche Veränderungen notwendig. Bei den anderen Reglungen handele es sich hingegen um leichter zu ändernde Ausführungsbestimmungen.
Trotz der vielen Mängel in den Bestimmungen zur praktischen Umsetzung will Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt an der Praxisgebühr in der festgelegten Höhe festhalten. Ihr Sprecher Klaus Vater wies die Kritik des Chefs der Barmer-Ersatzkasse, Eckart Fiedler, an der Höhe der Praxisgebühr zurück. "Sie ist ein Ausflug in einen Populismus, der gesundheitspolitisch Schaden anrichtet".
Fiedler hatte die zehn Euro Praxisgebühr pro Quartal als zu hoch bezeichnet. Eine Praxisgebühr von fünf Euro hätte nach seinen Worten genügt, sagte er der "Berliner Zeitung". "Auch die Zuzahlungen bei Arzneimittel haben die Grenze des Zumutbaren erreicht." Die Politik dürfe die Zuzahlungsschraube nicht überdrehen.
Vater erwiderte, gerade die Barmer mit ihrem Mitgliederschwund sei existenziell auf die Möglichkeit angewiesen, Schulden abzubauen und den Beitragssatz so rasch es geht deutlich zu senken. Das gelinge aber nur, wenn Kassenausgaben reduziert und Strukturreformen verwirklicht werden. Ohne Reform - zu der die Praxisgebühr gehört - hätte die Barmer den Beitragssatz um 0,5 Prozent anheben müssen.
Vater betonte, die Gesundheitsreform werde in Arztpraxen, in Krankenhäusern und Apotheken weitestgehend reibungslos umgesetzt. "Von "Fehlstart" und "Chaos kann keine Rede sein."
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