Düsseldorf - Zunächst sollen die Chips in rund 250 deutschen Märkten und zehn Zentrallagern eingesetzt werden, sagte ein Metro-Sprecher am Montag. Vorstandschef Hans-Joachim Körber stelle das Konzept am Nachmittag auf einem Einzelhandelskongress in New York vor. Von November an würden etwa 100 der wichtigsten Metro-Lieferanten auf ihren Paletten, Containern und Transportverpackungen für den deutschen Markt so genannte RFID-Chips anbringen, die den bisher gebräuchlichen Strichcode ablösen. RFID steht für "Radio Frequency Identification", also Identifizierung per Funkübertragung. Die nur briefmarkengroßen Chips enthalten einen 30-stelligen Code, der über eine Datenbank Aufschluss über alle Produktinformationen wie Preis, Inhalt, Haltbarkeitsdatum und Gewicht eines Artikels liefert.
Alain Benichou vom Computerhersteller IBM, der an dem Metro-Projekt beteiligt ist, bezifferte im Gespräch mit dem "Wall Street Journal" das Einsparpotenzial auf bis zu 20 Prozent der bisher üblichen Lagerkosten. Metro selbst äußert sich vorsichtiger: "Durch den Einsatz von RFID-Chips versprechen wir uns grundsätzlich Einsparungen, die wir derzeit aber noch nicht konkret benennen können", sagte der Sprecher des Großhandelsriesen. Neben IBM sind auch SAP und Intel an den Technologieplänen von Metro beteiligt.
Über die rund 100 Lieferanten deckt Metro rund 65 Prozent seines Einkaufvolumens ab. Bis Ende 2007 sollen dann alle zu Metro gehörenden Geschäfte in Deutschland (Real, Extra, Media Markt, Saturn, Praktiker) das neue System eingeführt haben. Für die ausländischen Märkte des Konzerns gebe es derzeit noch keine entsprechenden Pläne, hieß es.
Der Sprecher betonte, dass die "intelligenten" Chips nicht an der Ware selbst, sondern nur an deren Transportverpackungen angebracht würden. Damit würden Verbraucher-Daten nicht erfasst. Verbraucherschützer in den USA hatten sich zuletzt skeptisch zu Plänen des weltgrößten Handelskonzerns Wal Mart geäußert, RFID-Chips von 2005 an auf Transportverpackungen einzusetzen.
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