Wirtschaft



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16.01.2004
 

Transrapid in China

Schröder hofft noch

Auch eine offizielle Zeitung in China berichtet nun, dass die Regierung ihren Plan für eine Transrapid-Strecke nach Peking beerdigt hat. Damit klingen die Dementis des deutschen Hersteller-Konsortiums immer unglaubwürdiger. Kanzler Schröder freilich will das Projekt noch nicht abschreiben.

Transrapid-Testbetrieb in Shanghai: Ärger für die Hersteller ThyssenKrupp und Siemens
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DPA

Transrapid-Testbetrieb in Shanghai: Ärger für die Hersteller ThyssenKrupp und Siemens

Peking - Am Donnerstag war in ersten deutschen Medienberichten vom Ende der Bauplanungen die Rede. Prompt dementierten das chinesische Außenministerium und das Transrapid-Konsortium: Die Entscheidung sei noch nicht gefallen, noch sei der Transrapid von Peking nach Shanghai möglich.

Nun schreibt auch "China Daily", nach dem Willen der chinesischen Regierung solle auf der Strecke nicht die Magnetschwebebahn verkehren, sondern ein billigerer Schnellzug auf Rädern und Schienen. Den Beschluss habe der Staatsrat in einer Sitzung am 7. Januar gefasst, an der auch Premierminister Wen Jiabao teilgenommen habe, so das Blatt in seiner Freitagsausgabe.

Bundeskanzler Gerhard Schröder sieht das Transrapid-Projekt in China nach eigenen Worten noch nicht als verloren an. Er gehe davon aus, "dass der Zug, der gut funktioniert, seine Chancen hat", sagte Schröder in einem am Donnerstagabend aufgezeichneten Interview im ARD-"Morgenmagazin". Die chinesischen Pressemeldungen könne er nicht überprüfen.

Laut "China Daily" hat neben dem Kostenargument auch eine Rolle gespielt, dass das Transrapid-System nicht mit dem herkömmlichen Rad-Schienen-System zusammen passt. Das chinesische Eisenbahn-Ministerium wollte den Bericht zunächst nicht kommentieren.

Auch der ICE noch im Gespräch

Die Entfernung zwischen Peking und Shanghai beträgt 1300 Kilometer. Der Bau eines Kilometers Transrapid würde laut dem Bericht mehr als 30 Millionen Euro kosten. Als Alternativen seien unter anderem Japans Shinkansen, der französische TGV und der deutsche ICE im Gespräch.

In China gibt es bereits eine 30 Kilometer lange Transrapid-Strecke, die in diesem Monat für den kommerziellen Publikumsverkehr freigegeben wird. An der Jungfernfahrt des Transrapids hatten Schröder und der damalige chinesische Ministerpräsident Zhu Rongji am 31. Dezember 2002 teilgenommen. Seitdem fuhren nach Angaben der Betreiber auf der Verbindung vom Flughafen Pudong zum Finanzbezirk von Shanghai mehr als 200.000 Personen testweise mit dem Zug. Dieser fährt bis 430 Kilometer in der Stunde schnell und braucht für die 30 Kilometer lange Strecke nur acht Minuten.

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