Sonntag, 22. November 2009

Wirtschaft



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19.01.2004
 

Schmuddel-Investments

Abgeordnete fordert Börsenverbot für Sex-Firmen

Die Europa-Abgeordnete Marianne Eriksson findet es unerhört, dass sich Unternehmen wie die Beate Uhse AG oder der Pornoanbieter Private Media an den Börsen Geld beschaffen dürfen. Sie will jetzt ein striktes Kapitalmarkt-Verbot für Sex-Anbieter durchpauken.

Uhse-Plakat auf Sexmesse Venus: Katholisch-linke Allianz gegen Private Media & Co.
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DPA

Uhse-Plakat auf Sexmesse Venus: Katholisch-linke Allianz gegen Private Media & Co.

Brüssel - Die Abgeordnete gehört einer Splittergruppe im EU-Parlament an, der "nordischen Grünen Linken". Mit den Grünen hat diese Gruppe nichts zu tun. Trotzdem hat Eriksson bereits Unterstützer gefunden. Die irische EU-Ratspräsidentschaft etwa will das Thema "Ausschluss der Sexindustrie" noch während ihrer Amtszeit bis Ende Juni auf die Tagesordnung des EU-Ministerrats setzen. "Wir müssen das Problem während der Ratspräsidentschaft angehen", verlangte der irische Staatsminister Willey O'Dea.

Eriksson hat einen so genannten Initiativbericht des Europäischen Parlaments (EP) ausgearbeitet und am Montag in Brüssel vorgestellt. Das Börsenverbot von Unternehmen wie Beate Uhse solle sich auf sämtliche Kapitalmärkte in der EU erstrecken, so die Parlamentarierin. Neben der Uhse AG nannte sie die Private Media Group, die aus Erikssons Heimatland Schweden stammt, als Beispiel.

"Gesunde und mächtige Industrie"

Eriksson monierte, dass der Gewinn dieser Unternehmen "aus dem Verkauf von Menschen stammt". Deshalb sei es Sache der EU-Kommission, das Verbot in Kraft zu setzen und strikt zu kontrollieren. Über den Bericht wird zunächst der zuständige Ausschuss entscheiden, bevor er dem gesamten Plenum zur Beratung vorgelegt wird.

Anzeige der Private Media Group: "Verkauf von Menschen"?
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Anzeige der Private Media Group: "Verkauf von Menschen"?

"Wir haben es mit einer sehr gesunden und mächtigen Industrie zu tun, einer der reichsten auf der Welt", sagte die schwedische Politikerin. Diese Branche könne auch leicht von den Gesetzeslücken im Internet profitieren. Eriksson fordert daher auch ein striktes Vorgehen gegen Telefonsex-Anbieter und gegen die Verbreitung von Pornografie über Mobiltelefone, Privatfernsehen und E-Mails.

Dass Eriksson mit dem Vorhaben wirklich durchkommt, ist indes trotz der Unterstützung aus dem katholischen Irland sehr fraglich. Selbst Staatsminister O'Dea zweifelt daran. Er sagte: "Es wird schwer sein, einen gemeinsamen Nenner unter den EU-Staaten zu finden."

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