Wirtschaft



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11.02.2004
 

Online-Arbeitsamt

Kosten sollen sich verdreifacht haben

In der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit explodieren einem Medienbericht zufolge die Kosten für das Reformprojekt Online-Arbeitsmarkt. Das von der Unternehmensberatung Accenture betreute Projekt werde weitaus teurer als geplant.

Arbeitsagentur.de: Mit Hilfe teurer Unternehmensberater eine weitere Reformruine produziert?
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DDP

Arbeitsagentur.de: Mit Hilfe teurer Unternehmensberater eine weitere Reformruine produziert?

Nürnberg - Die Gesamtkosten des Projekts hätten sich inzwischen im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen auf rund 100 Millionen Euro verdreifacht, berichtet die "WirtschaftsWoche" am Mittwoch vorab. Die Behörde begründet die Kostenexplosion dem Bericht zufolge mit "weiteren Anforderungen inhaltlicher und technischer Art".

Ziel des Projektes Online-Arbeitsmarkt ist es, für alle Arbeitsämter eine einheitliche Job-Vermittlung im Internet zu schaffen. Bisher bestehende Online-Angebote einzelner Arbeitsämter sollen unter Arbeitsagentur.de zusammengefasst und eine umfassende Datenbank eingerichtet werden. Außerdem sollen die Arbeitsämter mit neuester Hard- und Software ausgestattet werden.

Bisher hat das Projekt der Bundesagentur vor allem Hohn und Spott eingetragen. Zahlreiche Benutzer berichten, dass die Webseite sich äußerst langsam aufbaue und selbst einfache Suchanfragen nicht korrekt beantworten könne. Wer etwa nach Jobs in Hamburg sucht, bekommt möglicherweise Treffer für München und Frankfurt. Auch der Technologie- und Unternehmensberatung Accenture, an die die Bundesagentur den Auftrag für das Großprojekt vergeben hatte, droht wegen des sich abzeichnenden Desasters ein Gesichtsverlust.

Die Bundesagentur für Arbeit hat dies mittlerweile dementiert. Die Leistungen der Firma accenture kosteten wie vereinbart 65,5 Millionen Euro, teilte die Nürnberger Behörde am Donnerstag mit. Weil das Online-Angebot "arbeitsagentur.de" aber unerwartet viel genutzt werde, sei die Kapazität verdoppelt worden. Außerdem sei ein Jobroboter installiert worden, der das Internet nach zusätzlichen Stellen durchsuche. Die Zusatzanforderungen kosteten zwölf Millionen Euro. Weitere Erweiterungswünsche mit einem Volumen von 22 Millionen würden zur Zeit überprüft. Nur ein kleiner Teil der Kosten entfalle aber auf die Online-Jobbörse - den größeren Batzen koste die Ablösung der 20 Jahre alten Vermittlungs- und Beratungssysteme, die auch laut Bundesrechnungshof dringend modernisiert werden müssten.

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