München - Nur 47 Prozent der Deutschen haben eine Antwort auf die Frage parat, wie viel Geld sie denn nach Ablauf ihrer Versicherung erwarten können. Dies ergab eine Umfrage von NFO Infratest in München im Auftrag des Finanzdienstleisters Delta Lloyd. Etwa jeder Dritte (37 Prozent) hatte lediglich eine "ungefähre Vorstellung" von der Höhe der Versicherungssumme. Bei 16 Prozent war nicht einmal das der Fall. Befragt wurden 507 Personen im Alter ab 40 Jahren, die mindestens eine Kapitallebensversicherung besitzen.
Nach Angaben von Delta Lloyd liegt der durchschnittliche Monatsbeitrag zu einer Lebensversicherung bei 75 Euro - immerhin ein Sparbetrag von 900 Euro pro Jahr. Nach 35 Jahren resultiere daraus eine monatliche Zusatzrente von 210 bis 350 Euro, sofern die Lebensversicherungssumme verrentet und nicht als Einmalzahlung ausgeschüttet wird.
Das reiche aber nicht aus, um die sogenannte "Rentenlücke" - die Differenz zwischen dem durchschnittlichen Nettoeinkommen und der voraussichtlichen Rentenzahlung - zu decken, so Delta Lloyd. Nach Angaben des Unternehmens betrage die durchschnittliche gesetzliche Rente 1050 Euro, das durchschnittliche Nettoeinkommen dagegen 1700 Euro. Auch eine monatliche Zusatzrente von 210 bis 350 reiche daher nicht aus, um die Lücke zu schließen.
Da der Steuervorteil für Lebensversicherungen bis Jahresende fallen soll, rechnen Beobachter damit, dass noch zahlreiche Deutsche bis zum Jahresende eine Lebensversicherung abschließen. Bislang wird der Ertrag einer Lebensversicherung steuerfrei ausgezahlt, wenn der Vertrag mindestens zwölf Jahre lang Bestand hatte. Diese Steuerfreiheit der Erträge soll ab dem 1. Januar 2005 nicht mehr gewährt werden.
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