Berlin - Eine Insolvenz werde nicht ausgeschlossen, sagte ein Unternehmenssprecher. Senator hat im Jahr 2003 nach eigenen Angaben sein Grundkapital wegen hoher Abschreibungen auf das Filmvermögen aufgezehrt und ist nun bilanziell überschuldet. Nach Angaben des Sprechers soll "in wenigen Wochen" eine Entscheidung über die Zukunft des
Unternehmens fallen. Senator
werde nun mit "Volldampf" Gespräche mit den Gläubigerbanken über die Weiterfinanzierung führen. Zur Höhe der Wertberichtigungen wollte der Sprecher nichts sagen. Das Unternehmen sei selbst von der
Größenordnung des Abschreibungsbedarfs überrascht worden.
Die Aktien des Filmproduzenten brachen bis zum frühen Nachmittag um knapp 30 Prozent ein und notieren nunmehr bei etwa 0,40 Euro. Vor zwei Tagen hatte Senator einen voraussichtlichen Umsatz für das Geschäftsjahr 2003 zwischen 54 und 57 Millionen Euro angekündigt. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen soll sich auf 20 bis 24 Millionen Euro belaufen. Operativ werde Senator für 2003 erneut eine rote Zahl melden, sagte Sprecher am Donnerstag an. "Aber eine kleinere als im Vorjahr." Für 2004 peile Senator operativ wieder schwarze Zahlen an.
Senator hatte bereits im Jahr 2002 einen Rekordverlust von 178 Millionen Euro präsentiert. Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres war ein Verlust von 6,9 Millionen Euro angefallen. Die jetzt angekündigten Abschreibungen beziehen sich vorwiegend auf ältere Titel des Senator-Filmkatalogs. Senator hatte die Abschreibungen mit den "sich anhaltend verschlechternden Marktverhältnissen in der Kinobranche sowie im internationalen und nationalen Lizenzhandel" begründet.
Senator beschäftigt 136 Mitarbeiter, von denen gut 110 in Berlin arbeiten. Das Unternehmen ist nicht nur in der Filmproduktion und im Verleih aktiv, sondern auch zu gut 25 Prozent an der Kinokette Cinemaxx beteiligt.
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