Hamburg - Um 589 Meter sollte die Werkspiste des Airbus-Werkes in Finkenwerder verlängert werden, so der Plan des Flugzeugbauers. Dabei ist allerdings der Neuenfelder Hauptdeich im Weg, außerdem müssten 20 Anwohner dafür ihre Grundstücke aufgeben.
In einer Sammelklage wehrten sich jedoch 158 Bürger von Neuenfelde gegen das Vorhaben - und hatten Erfolg. Heute wurde eine Entscheidung des Verwaltungsgerichts bekannt, wonach der Deich zunächst nicht durchbrochen werden darf. Das Gericht will damit nach eigenen Angaben verhindern, dass noch vor dem Ende des Eilverfahrens vollendete Tatsachen geschaffen werden.
"Durch den heutigen Beschluss des Verwaltungsgerichts Hamburg ist die zeitliche Abfolge der notwendigen Arbeiten zur Verlängerung der Start- und Landebahn nicht sichergestellt", hieß es in einer ersten Stellungnahme des Flugzeugbauers. "Airbus Deutschland wird noch heute Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Hamburg einreichen", so das Schreiben weiter. Ein Sprecher wollte die Frage, ob nun der Zeitplan für das Gesamtprojekt in Frage stehe, jedoch nicht kommentieren.
Die Verlängerung der Start- und Landebahn in Finkenwerder ist Airbus zufolge nötig, damit ab 2006 auch die Frachtversion des A380 in Hamburg starten und landen kann. Sollte sich das Unternehmen in dem Verfahren durchsetzen, dann müssten die betroffenen Anwohner mit der Enteignung ihrer Grundstücke rechnen.
Der A380 wird an mehreren Standorten gefertigt. Am Airbus-Hauptsitz im französischen Toulouse sollen die Hauptarbeiten erledigt werden. Das Hamburger Werk übernimmt die Innenausstattung und Lackierung und übergibt einen Teil der Flugzeuge an die Kunden.
Für die Erweiterung des Werksgeländes war das Naturschutzgebiet Mühlenberger Loch teilweise zugeschüttet worden. Dagegen klagten Umweltschützer und Anwohner zum Teil vergeblich.
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