Berlin - Im Westen dagegen sieht es besser aus, vor allem in den südlichen Ländern: Dort gibt es deutlich mehr Erwerbstätige als Sozialhilfe- Empfänger, Arbeitslose, Rentner und Pensionäre. Eine Ausnahme macht allerdings Bremen.
Besonders groß ist die Differenz in Sachsen-Anhalt. Im vergangenen Jahr bestritten dort nach Angaben der Statistiker nur rund 39 Prozent der Bewohner ihren Lebensunterhalt selbst. 41 Prozent waren arbeitslos, bekamen Sozialhilfe oder Rente. Die übrigen rund 20 Prozent sind Kinder und Jugendliche, sowie Menschen, die beispielsweise von Immobilieneinkünften leben. Kurz nach der Wende war die Situation noch ganz anders: 1991 erarbeitete fast die Hälfte der Menschen den Lebensunterhalt und nur ein Viertel nicht.
Auch in Sachsen lebten im vergangenen Jahr erstmals mehr Menschen von staatlichen Leistungen und Renten (40,2 Prozent) als von eigener Arbeit (38,9). Das gleiche gilt für Mecklenburg-Vorpommern, allerdings mit marginaler Differenz (39,48 zu 39,42 Prozent). Als Hauptgründe für die Entwicklung sehen die dortigen Statistiker die Abwanderung aus dem Land wegen der wirtschaftlich schlechten Lage und den Geburtenrückgang nach der Wende.
In Berlin, Brandenburg und Thüringen gibt es noch mehr Menschen mit eigener Arbeit, doch auch hier zeichnet sich ein Rückgang ab. In Berlin lagen die Erwerbstätigen 2003 nur 0,8 Prozentpunkte vor den Leistungs- und Rentenempfängern, in Thüringen immerhin noch fast drei Punkte.
In Westdeutschland ist die Lage besser. In Baden-Württemberg lebte im vergangenen Jahr nur knapp ein Viertel der Bewohner von staatlicher Hilfe, bekam Rente oder Pension. In Bayern waren es etwa genauso viele; zu den Einkünften zählen dort allerdings auch Stipendien und eigenes Vermögen. Auch Hessen steht gut da: Dort erhalten rund 27 Prozent Geld vom Staat oder Renten. In allen drei Ländern ist die Erwerbsquote relativ hoch - rund 41 Prozent in Baden-Württemberg und Hessen und knapp 43 Prozent in Bayern.
Weiter im Norden arbeiten weniger Menschen. In Niedersachsen lebt nur ein Drittel vom eigenen Job, im Saarland sind es rund 36 Prozent und in Nordrhein-Westfalen knapp 38. Der Anteil der Empfänger von staatlichen Transferleistungen liegt in den Ländern aber sichtbar darunter und schwankt zwischen 28 Prozent in Niedersachsen, 29 in Nordrhein-Westfalen und 31 Prozent im Saarland, wo auch eigenes Vermögen und Stipendien dazu zählen. In Hamburg arbeitet ein Drittel der Bevölkerung.
Eine Ausnahme im Westen macht Bremen. Im kleinsten Bundesland gibt es - wie in Berlin - kaum noch einen Unterschied zwischen der Zahl der Erwerbstätigen (37,9 Prozent) und der der Leistungsempfänger (37 Prozent). Im Jahr 1993 arbeiteten dagegen noch rund 41 Prozent, und nur gut jeder Fünfte bekam Geld vom Staat oder Rente.
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