Washington - Bei Halliburton sei Geld routinemäßig verschwendet worden, heißt es in den unterschriebenen Statements von fünf ehemaligen Mitarbeitern des Unternehmens. Danach habe eine Wäscherei rund 100 Dollar pro 15-Pfund-Sack (knapp 7 Kilo) bekommen, für Limonade-Kästen sollen 45 Dollar bezahlt worden sein. Außerdem seien Lkw im Wert von je 85.000 Dollar zu Dutzenden stehen gelassen worden, obwohl nur ein Reifenwechsel nötig gewesen wäre, um sie wieder flott zu machen.
Die Statements wurden vom Abgeordneten Henry Waxman auf dessen Internetseite veröffentlicht. Waxman vertritt für die Demokraten den Wahlbezirk Los Angeles und bemüht sich seit Monaten, der US-Regierung unsaubere Machenschaften beim Wiederaufbau des Irak nachzuweisen. In einem Brief schreibt er, dass die bisherigen Erkenntnisse über Halliburton "die Auftragsvergabe eines Unternehmens zeigen, das zum Amokläufer geworden ist".
Waxmann konnte bisher allerdings nicht durchsetzen, dass die ehemaligen Halliburton-Mitarbeiter vor einem Parlaments-Untersuchungsausschuss auftreten dürfen. Nach Ansicht der Republikaner muss vor einer Befragung noch die Glaubwürdigkeit der Mitarbeiter überprüft werden. Die Parteifreunde Cheney bestreiten auch weiterhin vehement, dass dieser als Vizepräsident seinen Einfluss genutzt haben könnte, um Halliburton lukrativen Staatsaufträge zuzuschanzen. Cheney ist immer noch Aktionär von Halliburton und bezog 2003 einen Großteil seines Einkommens aus dem gewinnbringenden Verkauf von Firmenanteilen.
In Untersuchungsberichten des Pentagon sind bisher ähnlich unangenehme Tatsachen über die Geschäftspraktiken von Halliburton und der Tochterfirma Kellog, Brown and Root (KBR) ans Licht gekommen. Dabei sollen die Unternehmen etwa 27 Millionen Dollar zuviel für die Verköstigung von Soldaten berechnet haben, für die Beschaffung von Benzin sollen sogar etwa 61 Millionen Dollar verschwendet worden sein. In dem letzten Prüfbericht werden der Firma schwere Versäumnisse im Umgang mit Lieferanten vorgeworfen. Bei vielen Aufträge an Dritte, so das Ministerium, habe Halliburton überhaupt nicht nachgeprüft, ob die bezahlte Leistung überhaupt erbracht wurde.
Carsten Matthäus
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