Hamburg - "Eine Woche weniger Urlaub bringt keinen um, schafft aber neue Jobs", sagte der Präsident des Bundesverbands des Deutschen Groß- und Außenhandels, Anton Börner, gegenüber der "Bild"-Zeitung.
Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Michael Fuchs hält Einschnitte für erforderlich. "30 Tage Urlaub und bis zu 13 Feiertage belasten die Firmen mit Riesenkosten. Ein paar Tage weniger sind akzeptabel, wenn dadurch der Arbeitsplatz gesichert wird."
Der Vorstandschef von Daimler-Chrysler, Jürgen Schrempp, sprach sich in dem Blatt für eine weitere Flexibilisierung der Wochenarbeitszeit aus. "Wenn wir in Deutschland Jobs halten und neue schaffen wollen, kommen wir nicht daran vorbei, die Kosten zu senken."
Der Präsident des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, Martin Kannegiesser, verwies darauf, dass Lohnkosten und Arbeitszeit bei der Standortentscheidung deutscher Unternehmen eine wichtige Rolle spielten. In einem Interview der Chemnitzer "Freien Presse" regte er an, faire Vereinbarungen zwischen Mitarbeiter und Betriebsleitung über zusätzliche Arbeit zu treffen. Damit ließe sich die Abwanderung deutscher Unternehmen aus Kostengründen verhindern.
Mit Blick auf die Arbeitszeitdebatte plädierte der Gesamtmetallchef für unterschiedliche Regelungen, je nach den Bedürfnissen in den Unternehmen. Längere Arbeitszeit bedeute nicht eine pauschale 40-Stunden-Woche, weil kein Betrieb wie der andere sei, sagte er. Lohnintensive Bereiche in der Wirtschaft hätten aber nur eine Chance, Arbeitsplätze und Einkommen der Beschäftigten zu sichern, wenn sie günstiger als anderswo produzierten.
Für den Standort Deutschland sprechen aus seiner Sicht nach wie vor viele Vorteile: So ließen sich Innovationen mit dem bestehenden Netzwerk von Zulieferern und Hochschulen meist schneller verwirklichen als im Ausland. Zudem sei die Motivation und Flexibilität der Belegschaft ein Vorteil, sagte Kannegiesser.
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