Berlin - Der geplante Start zum 1. Januar sei nicht zu schaffen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Güterkraftverkehr, Logistik und Entsorgung, Karlheinz Schmidt, der "Bild"-Zeitung. Beim Maut-Konsortium Toll Collect gebe es Lieferverzögerungen bei den elektronischen Erfassungsgeräten, von denen bislang erst 20.000 eingebaut seien. Bis zum Jahresende müssten aber 500.000 Geräte eingebaut sein. Zudem funktionierten die Bordcomputer nur mit einem zusätzlichen Impulsgeber, der zurzeit nicht lieferbar sei.
Bundesverkehrsminister Manfred Stolpe (SPD) sagte hingegen, es gebe keine Signale, dass der Maut-Start zum 1. Januar nicht klappen könnte. Er wies den Vorwurf von Lieferengpässen zurück und warf den Spediteuren zu zögerliche Vorbereitung auf den Maut-Start vor. "Die Geräte sind einbaufähig und ausreichend vorhanden", sagte er der Zeitung "Welt am Sonntag". Stolpe appellierte an die Spediteure, die Sommerzeit für den Einbau zu nutzen. "Meine Sorge ist, dass alle Unternehmen auf die Weihnachtsferien warten und dann zeitgleich in die Werkstätten drängen."
Die Maut für schwere Lkw sollte ab Ende August 2003 erhoben werden. Wegen technischer Mängel wurde der Starttermin mehrfach verschoben auf nun Anfang 2005. Der Bund will vom Maut-Konsortium unter Führung von Deutsche Telekom und DaimlerChrysler Schadenersatz in Milliardenhöhe fordern. Mit der Maut will der Bund jährlich gut zwei Milliarden Euro einnehmen. Das Konsortium erhält rund 600 Millionen Euro im Jahr.
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