Frau Adam, die Cottbusser sehen Sie seit Anfang Mai unbekleidet für Ihren Sender werben. Haben Sie durch die Aktion neue Hörer gewonnen?
Adam: Ja, der Bekanntheitsgrad des Senders, den es erst seit 2002 gibt, ist kräftig gestiegen. Wir merken das am direkten Feedback der Hörer, es kommen viel mehr Anrufe.
SPIEGEL: Rufen mehr Männer oder mehr Frauen an?
Adam: Vor allem Männer. Es kommt aber auch Zuspruch von Frauen. Unsere Bürgermeisterin zum Beispiel hat mir zu dieser Aktion gratuliert. Sie fand es toll, dass sich jemand so was traut. Sie ist schon Oma und hat nicht mehr die optimale Figur, sonst würde sie auch gern Ähnliches machen.
SPIEGEL: Warum haben Sie kein Profi-Model genommen?
Adam: Das haben wir ja versucht. Am Anfang waren wir bei einer Agentur und haben Models gecastet. Aber die hatten Bedenken, sich ganz auszuziehen. Da sagte der Fotograf: Warum machst du es nicht selbst? Zuerst war ich dagegen, dann fand ich es eine gute Idee.
SPIEGEL: Haben Sie auch an ein Poster mit einem nackten Mann gedacht?
Adam: Das gab es. Wir wollten den Frauen auch was Schönes bieten. Aber für den Mann hat sich niemand interessiert. Da haben wir ihn wieder abgehängt.
SPIEGEL: Haben die freundlichen Reaktionen auf Ihr Poster damit zu tun, dass schon in der DDR Freikörperkultur sehr beliebt war?
Adam: Ja, bestimmt. Im Osten sind die Leute offener für so was. In unserem Fall haben anfangs zwei Männer verlangt, die obszönen Plakate zu entfernen. Denen haben wir nett geschrieben, dann kam nichts mehr.
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