New York - Wer meint, dass Deutsche-Bank-Primus Josef Ackermann mit seinen Gesamtbezügen von 11,07 Millionen Euro im vergangenen Jahr zu viel kassiert hat - der wird sich über die Bezüge mancher US-Finanzmanager erst recht ereifern. Mit seinem Gehalt nämlich hat Ackermann keine Chance, einen Platz auf der Verdienstrangliste des Fachblattes "Institutional Investor" zu ergattern. Wer dort überhaupt aufgenommen werden will, musste in diesem Jahr schon auf mindestens 65 Millionen Dollar jährlich kommen.
Die Stars der Hedgefonds-Branche erzielen Jahreseinkünfte im dreistelligen Millionenbereich. Die Zahlen sind beeindruckend: Mit 750 Millionen Dollar hat Hedgefonds-Altmeister George Soros das dickste Paket mit nach Hause genommen und seinen vielen Nachahmern noch einmal gezeigt, wie es geht.
David Tepper, früher Anleihe-Experte bei Goldman Sachs, kam bei seiner Firma Appaloosa Management im Jahr 2003 auf einen persönlichen Jahresverdienst von 510 Millionen Dollar. Auf Platz drei folgt James Simons, Chef von Renaissance Technologies - er verdiente im vergangenen Jahr 500 Millionen Dollar
Hedgefonds: Die Liste der zehn Topverdiener
Das Durchschnittseinkommen der Top 25 lag bei 207 Millionen Dollar. Auch die jungen Wilden der Branche, manche erst Anfang 30, kassieren ordentlich. 17 Hedgefonds-Manager haben im vergangenen Jahr mehr als 100 Millionen Dollar eingesackt.
"Hedgefonds sind der Heilige Gral"
Bei diesen Mega-Gehältern wundert es nicht, dass überall auf der Welt Hedgefonds wie Pilze aus dem Boden schießen. Börsen-Altmeister Warren Buffett, der vor seiner Zeit bei Berkshire Hathaway
auch im Konzert der Hedgefonds mitgespielte, erklärt den neuen Trend so: "Derzeit sind Hedgefonds der Heilige Gral."
Das Geheimnis der Top-Einkommen liegt in der Gebührenstruktur. Auf das Gesamtanlagevermögen wird bei Hedgefonds eine Managementgebühr von ein bis fünf Prozent erhoben. Bei einem Anlagevolumen von mehreren Milliarden Dollar kommt da einiges zusammen.
Richtig zuschlagen können die Hedgefonds-Manager aber bei den Performance-Gebühren. Die Granden der Branche behalten bis zu 50 Prozent der Gewinne für sich. Und weil die Profis so viel Vertrauen in ihre eigene Arbeit haben, verwalten sie im Fonds häufig einen Großteil ihres eigenen Vermögens.
Berechnung "eher konservativ"
Der "Institutional Investor" hat bei der Berechnung der Hedgefonds-Manager-Einkommen 2003 deshalb zu einem großen Teil auf Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC beziehungsweise Mitteilungen der einzelnen Fondsgesellschaften zurückgreifen können. Zur genauen Bestimmung wurden Gehalt, Erfolgsprämien und Gewinne aus dem eigenen Vermögen zusammengerechnet. Nach Angaben des Branchenmagazins erfolgte die Berechnung eher konservativ. Die wirklichen Einkünfte könnten noch höher liegen.
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