Miami/New York - Einer der mächtigsten Hurrikans der vergangenen Jahrzehnte erreicht allmählich die Küste Floridas. Mehr als 2,5 Millionen Menschen haben sich in den vergangenen Tagen in Sicherheit gebracht. Auf den Highways an der Westküste Floridas bildeten sich kilometerlange Staus.
Nach ersten Prognosen von Wissenschaftlern droht durch den gigantischen Sturm die teuerste Naturkatastrophe in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Auf 35 Milliarden Dollar schätzt die Agentur Risk Management Solution (RMS) die Schadenshöhe - bereits einen Tag vor der erwarteten Ankunft des Sturms in Florida.
Nach Voraussagen des Hurrikan-Zentrums in Miami wird der Tropensturm am Samstagnachmittag (Ortszeit) mit schweren Winden und Regenfällen an einem 450 Kilometer langen Küstenstreifen zwischen Miami und Daytona Beach erwartet. In dem Gebiet leben 14,6 Millionen Menschen.
Hemant Shah, CEO von RMS, schloss nicht aus, dass der Sturm, obwohl er sich zwischenzeitlich abgeschwächt hatte, sogar bis auf die höchste Stufe der Sturmstärken zulegen könnte.
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Florida und der Sturm "Frances": Bitte klicken Sie einfach auf ein Bild, um zur Großansicht zu gelangen. |
Frances Weg durch die Karibik
Zuvor war der Hurrikan durch die Karibik gezogen; zunächst lagen jedoch keine Angaben über Tote und Verletzte vor. Auf der Bahamas-Insel San Salvador richtete Frances nach Angaben des Roten Kreuzes erhebliche Sachschäden an. "Wir untersuchen, ob auch Menschen zu Schaden kamen", sagte der Rote-Kreuz-Vorsitzende des Landes, Gerald Sawyer, am Freitag. Auch Nassau, die Hauptstadt der Bahamas, spürte am Freitag die Auswirkungen des Unwetters. Weil die Bahamas häufig von tropischen Stürmen heimgesucht werden, sind die Häuser dort aber solide gebaut.
| Die teuersten Stürme | ||||||
| Sturm | Datum | US-Bundesstaat | Schaden | |||
| Hurricane Andrew | Aug. 1992 | FL, LA, MS | $20,3 | |||
| Hurricane Charley | Aug. 2004 | FL | $6,8 | |||
| Hurricane Hugo | Sept. 1989 | SC, GA, NC | $6,2 | |||
| Hurricange Georges | Sept. 1998 | AL | $3,3 | |||
| Trop. Storm Allison | June 2001 | TX, PA, LA, NJ, FL, MS | $2,6 | |||
| Hurricane Opal | Oct. 1995 | FL, AL, GA, NC | $2,5 | |||
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Schäden in Milliarden Dollar (inflationsbereinigt). Quellen: Insurance Information Institute, ISO |
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Hurrikan Andrew riss 63.000 Wohnungen vom Fundament
Bereits am Freitag war "Frances" nach Angaben des Hurrikan- Zentrums doppelt so stark wie Hurrikan "Charley", der vor drei Wochen 27 Menschen in den Tod gerissen und Schäden in Höhe von mindestens 7,4 Milliarden Dollar (6,1 Milliarden Euro) angerichtet hatte.
RMS-Chef Shah sagte, dass die Schäden, die durch den Anschlag in Manhatten am 11. September 2001 entstanden, bei etwa 30 Milliarden Dollar liegen - die entfesselte Naturgewalt könnte demnach einen noch höheren Schaden anrichten. Die bis heute teuersten Verwüstungen durch eine Naturkatastrophe weltweit löste 1992 der Hurrikan Andrew aus.
Am frühen Morgen des 24. August hatte der Sturm zwischen Florida City und Miami 63.000 Wohnungen weggerissen. 14 Menschen wurden durch den Sturm getötet, 250.000 obdachlos. Insgesamt enstand ein Sachschaden von rund 20 Milliarden Dollar.
Schulen, Banken und Bahnhöfe sind geschlossen
Zwei Jahre später ereilte die USA erneut eine Naturkatastrophe, die eine ähnlich hohe Schadenssumme produzierte. Nach RMS-Angaben richtete das Erbeben im kalifornischen Northbridge inflationsbereinigt einen 15-Milliarden-Dollar-Schaden an.
Das Hurrikan-Notzentrum forderte am Freitag noch einmal alle Bürger in den zwölf bedrohten Landkreisen auf, die Vorbereitungen zum Schutz von Leben und Eigentum rasch zu beenden. In den meisten bedrohten Bezirken blieben Schulen, öffentliche Gebäude und Banken geschlossen. Auch die Eisenbahn hat nach Angaben der Tageszeitung "Miami Herald" den Verkehr eingestellt. Viele Bankautomaten seien leer. Gouverneur Jeb Bush, Bruder des US-Präsidenten, hatte zuvor den Ausnahmezustand verhängt und damit die Nationalgarde aktiviert.
Das "Kennedy Space Center" der US-Raumfahrtbehörde NASA am Cape Canaveral sicherte am Donnerstag die Unterkünfte für die Space-Shuttle-Raumfähren und bleibt bis einschließlich Montag geschlossen. Mehrere britische Fluggesellschaften sagten wegen des Hurrikans Dutzende von Flügen nach Florida ab.
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