Mittwoch, 10. Februar 2010

Wirtschaft



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20.09.2004
 

Rechtsruck im Osten

Minister befürchtet Investorenflucht

Nach den Wahlerfolgen rechter Parteien in Sachsen und Brandenburg warnen Experten vor negativen Auswirkungen auf die Wirtschaft der Bundesländer. Die Folgen des Imageschadens seien auch für den Tourismus kaum absehbar.

AMD-Chipfabrik in Dresden: Ausländische Investoren halten sich aus Höflichkeit zurück
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DDP

AMD-Chipfabrik in Dresden: Ausländische Investoren halten sich aus Höflichkeit zurück

Dresden - "Durch den Einzug der NPD in Sachsen ist ein Imageschaden zu befürchten", sagte Ivo Teichmann, Chef des Tourismusvereins Elbsandsteingebirge. Es müsse damit gerechnet werden, dass Touristen deswegen wegblieben. In der Sächsischen Schweiz ist der Tourismus der bedeutendste Wirtschaftsfaktor. Dort schnitt die NPD besonders stark ab.

Der sächsische Wirtschaftsminister Martin Gillo (CDU) sagte, angesichts des "bestürzenden Abschneidens der NPD" gehe er davon aus, "dass es schwieriger werden wird, ausländische Investoren nach Sachsen zu holen". Das Land müsse sich jetzt um Schadensbegrenzung bemühen. Dazu erwäge er auch eine Reise in die USA, um persönlich Gespräche mit Investoren zu führen.

Der Direktor des Max-Planck-Instituts für Molekulare Zellbiologie und Genetik in Dresden, Kai Simons, äußerte sich zurückhaltend zu den Befürchtungen. "Wir sind seit dreieinhalb Jahren in Dresden und haben Mitarbeiter aus mehr als 30 Nationen. Sie werden herzlich empfangen - und das ist entscheidend", sagte er. Vor der Wahl hatte er einen Aufruf von Prominenten mitunterzeichnet, um den Einzug der Rechten zu verhindern.

Im Wirtschaftsministerium hieß es, es sei allgemein bekannt, dass vor allem in den USA mit großem Unverständnis auf rechtsextremistische Entwicklungen reagiert werde. "Natürlich ruft kein potenzieller Investor an und sagt, dass er wegen der NPD jetzt nicht mehr kommt."

Die ausländischen Investoren, die im Freistaat investiert hätten, würden sich aus Höflichkeit nur sehr zurückhaltend äußern. "Man muss aber davon ausgehen, dass zum Beispiel AMD sein zweites Werk heute nicht mehr in Dresden bauen würde", sagte ein Ministeriumsmitarbeiter.

Nach offiziellen Angaben haben allein amerikanische Investoren seit der Wiedervereinigung in Sachsen rund 70 Firmen und mehr als 11.000 Arbeitsplätze geschaffen. Der rechtsextremen Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NPD) war am Sonntag in Sachsen erstmals seit 1968 wieder der Einzug in ein Landesparlament gelungen. Sie erreichte 9,2 Prozent der Stimmen. Die Deutsche Volksunion (DVU) kam in Brandenburg auf 6,1 Prozent.

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