Wirtschaft



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13.10.2004
 

Online per Laptop

Warum die Hotspot-Träume geplatzt sind

Von Daniel Sokolov

In der Theorie sieht es einfach aus: Auf ins Café, Cappuccino geordert, Laptop aufgeklappt und losgesurft: WLAN macht's möglich. Doch die Wirklichkeit ist ernüchternd. Komplizierte Handhabung und exorbitante Preise verschrecken die potenziellen Nutzer.

Wireless LAN auf der Segelyacht: Traumarbeitsplatz nur für Technikversierte
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Wireless LAN auf der Segelyacht: Traumarbeitsplatz nur für Technikversierte

Wien - Sie sollten das große Geschäft werden, mit Wachstumsraten wie im Handy-Markt - und sie sollten der neuen Mobilfunk-Generation UMTS Konkurrenz machen. So oder zumindest ungefähr so hatten sich die Anbieter von so genannten WLAN-Hotspots die Zukunftsaussichten vorgestellt. Doch allmählich macht sich unter den Anbietern eher Katerstimmung breit. Statt Zukunftsoptimismus verbreitet sich immer stärker die Angst ums wirtschaftliche Überleben.

Denn bislang bleiben die Umsätze weit hinter den Erwartungen zurück. Hatte die Unternehmensberatung Analysys 2001 in einer Studie noch von 20 Millionen Hotspot-Nutzern in Europa gesprochen, die bis 2006 an 90.000 Hotspots rund drei Milliarden Euro ausgeben würden, davon allein in Deutschland rund fünf Millionen, waren die Marktforscher von Forrester zwei Jahre später bereits etwas vorsichtiger. Sie prophezeiten 7,7 Millionen Nutzer bis zum Jahr 2008 - und korrigierten diese Zahl seitdem einige Male nach unten. Doch, soviel ist inzwischen sicher, auch die reduzierten Erwartungen werden sich nicht erfüllen. Die meisten WLAN-Hotspot-Anbieter können ihre Kunden noch einzeln mit Handschlag begrüßen.

Dabei hatte die Idee Anfangs soviel Charme, dass sich selbst die etablierten Mobilfunkanbieter Sorgen zu machen begannen. Immerhin haben Hotspots das Zeug, dem Zukunftsmarkt UMTS das Wasser abzugraben. Technisch gesehen ist der von Handy-Vermarktern schon seit langem versprochene mobile Arbeitsplatz durch das Breitband-Internet im Restaurant, am Flughafen, am Bahnhof oder im Hotel schon längst realisierbar - ohne Kabel und schneller als jeder DSL-Anschluss.

Und vor allem ist es von Anbieter-Seite aus relativ simpel zu installieren. Ein Breitband-Anschluss und eine leistungsfähige Funkstation genügen. Komponenten und Software gibt's es preisgünstig in jedem Computermarkt.

Kein Wunder also, dass sich die Zahl der Hotspots allein in den ersten fünf Monaten dieses Jahres nahezu verdoppelte. Insgesamt gibt es nach Auskunft des in Bonn ansässigen Wissenschaftlichen Instituts für Kommunikationssysteme - WIK abgekürzt - inzwischen nahezu 2300 Einwahlpunkte. Die Zahl wird sich nach Schätzungen bis zum Ende des kommenden Jahres auf 16.000 erhöhen.

Auch auf Kundenseite sind die Voraussetzungen günstig. In den letzten Jahren wurden so viele Laptops verkauft wie nie zuvor, und bei kaum einem davon fehlt die entsprechende Karte zur Einstieg in die neue WLAN-Welt.

Warum also wurden die Hotspots nicht zum Selbstläufer? Peter Stamm, Experte bei WIK und einer der Autoren über eine Studie, die die Akzeptanzprobleme der Hotspots untersucht hat, bringt es auf den Punkt: "Den potenziellen Nutzern sind die Angebote gegenwärtig zu teuer und auch zu unsicher".

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