Berlin - Laut einem Zeitungsbericht gibt es im Tarifbezirk Nordrhein-Westfalen bereits ein Dutzend Tarifverträge mit Sonderkonditionen für Gewerkschaftsmitglieder. Mit diesem Schritt auf tarifpolitisches Neuland will die Gewerkschaft laut der "Berliner Zeitung" den anhaltenden Mitgliederschwund stoppen. Der IG-Metall-Chef im Bezirk Nordrhein-Westfalen, Detlef Wetzel, sagte der Zeitung: "Wir sehen nicht mehr ein, dass unsere Mitglieder entscheidend zum Tariferfolg beitragen und wie andere behandelt werden, die sich raushalten."
Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Veröffentlichungen des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), es gehe bei dem Modell um Fälle, in denen Firmen vom Flächentarifvertrag abweichen wollten. Dem stimme die IG Metall nach strenger Prüfung des Einzelfalls nur dann zu, wenn es dabei exklusive Vorteile für ihre Mitglieder unter den Beschäftigten gebe. So habe sie mit einer Baufirma in Gummersbach einen Sanierungstarifvertrag ausgehandelt, der eine Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich vorsehe, wobei IG-Metall-Mitglieder während der zweijährigen Laufzeit 5000 Euro pro Jahr zusätzlich erhielten.
Von der IG Metall in Nordrhein-Westfalen war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.
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