Wirtschaft



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23.11.2004
 

Im Golf nach Rüsselsheim

Opel-Boss umwirbt abtrünnige Mitarbeiter

Opel-Vorstandschef Hans Demant wacht mitunter höchstselbst über den Rüsselsheimer Konzernparkplatz. Der Top-Manager nahm Mitarbeitern, die im Golf oder Benz zur Arbeit erschienen, persönlich ins Gebet.

Rüsselsheimer Opel-Gelände: Die Opel-Quote soll gesteigert werden
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AP

Rüsselsheimer Opel-Gelände: Die Opel-Quote soll gesteigert werden

Hamburg - Opel-Mitarbeiter, die ein Fahrzeug einer Fremdmarke fahren, hatten in den vergangenen Wochen gute Chancen, ihren Chefs auf dem Firmenparkplatz zu begegnen. Vorstandsvorsitzender Demant sprach zusammen mit anderen Führungskräften und Betriebsräten auf dem Firmenparkplatz der Opel-Zentrale gezielt Angestellte an, die nicht mit einem Opel zur Arbeit gefahren kamen.

Mit Gummibärchen und Opel-Prospekten versuchte der Topmanager nach Darstellung eines Firmensprechers, abtrünnige Angestellte für den Kauf eines Opel zu gewinnen. Die Aktion soll nach Unternehmensangaben die Opelfahrerquote steigern. Auch in der Kantine lägen entsprechende Prospekte aus, die Leasing-Angebote für Mitarbeiter seien verbessert worden.

Die "Bild" hatte zuvor berichtet, Fremdfahrer seien von Demant aufgefordert worden, weiter vom Werk entfernt zu parken. Ein Opel-Sprecher wies diese Darstellung zurück. Kein Mitarbeiter werde unter Druck gesetzt. Nach Unternehmensschätzungen fahren etwa drei Viertel der Beschäftigten in Rüsselsheim einen Opel.

Unterdessen wurde bekannt, dass Opels Mutterkonzern General Motors Chart zeigen bis zu 6000 Stellen auslagern könnte. Nach Informationen des "Handelsblatts" soll mehr als die Hälfte des geplanten Stellenabbaus von rund 10.000 Jobs durch Outsourcing erreicht werden.

Auch Betriebsratschef Franz sieht in der Auslagerung von Jobs eine mögliche Alternative, um Kündigungen zu vermeiden. "Dort, wo es Sinn macht, werden wir uns dem nicht verschließen", erklärte er gegenüber SPIEGEL ONLINE.

Neben der Teilefertigung in Kaiserslautern mit 3000 Arbeitsplätzen seien davon etwa 3000 weitere Stellen in den Werken Bochum und Rüsselsheim betroffen, heißt es in dem Bericht. Ein GM-Sprecher bestätigte der Zeitung lediglich, dass auch Stellenauslagerungen als eine Möglichkeit erwogen würden.

Die Tarifverhandlungen, die am Dienstag auf Spitzenebene in eine neue Runde gehen, würden sich länger hinziehen als gedacht, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Unternehmenskreise. Eine Einigung sei frühestens im Dezember möglich, eventuell werde es sogar Januar 2005. In der Kernfrage habe sich GM bislang wenig bewegt und sei von der geforderten Streichung von 10.000 Jobs allein bei Opel bisher kaum abgerückt.

"Der Stellenabbau ist in den Gesprächen eine der härtesten Nüsse", sagte Franz. Gleichzeitig bestätigte er, dass die Verhandlungen sehr komplex seien.

Jörn Sucher, Thomas Hillenbrand

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