Wirtschaft



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01.12.2004
 

Käuferstreik

Einzelhandel klagt über "schwarzen Oktober"

Für den deutschen Einzelhandel waren die Geschäfte im Oktober ein glatter Fehlschlag. Die Branche setzte nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes 3,7 Prozent weniger um als im Oktober 2003 - schon der vierte Minusmonat in Folge.

Schlecker-Filiale in der Stuttgarter Klett Passage: Kosmetik schaffte ein wenig Wachstum
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DPA

Schlecker-Filiale in der Stuttgarter Klett Passage: Kosmetik schaffte ein wenig Wachstum

Wiesbaden/Berlin - "Wir hatten gewusst, dass der Oktober schlecht wird, aber nicht, dass es so schlecht wird", sagte der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, am Mittwoch. Vor allem der starke Einbruch im Lebensmittelhandel sei nicht ganz nachvollziehbar. Trotzdem hält der Verbandssprecher die Lage nicht für hoffungslos. "Die aktuelle Situation sieht ganz anders aus, das Weihnachtsgeschäft läuft gut."

Pellengahr zeigte sich daher auch zuversichtlich, dass sich das Umsatzminus der Branche im Gesamtjahr auf 0,5 Prozent begrenzen lässt, auch wenn in den ersten zehn Monaten 2004 nominal 1,6 Prozent und real 1,7 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum umgesetzt wurden. "Wir schauen nach vorne und machen einen Haken an den Oktober", sagte Pellengahr.

Das vorläufige Oktober-Ergebnis wurde aus Daten von sechs Bundesländern berechnet, in denen 81 Prozent des Gesamtumsatzes im deutschen Einzelhandel getätigt werden. Nach Kalender- und Saisonbereinigung der Daten wurde im Vergleich zum September 2004 nominal 1,7 Prozent und real 1,6 Prozent mehr abgesetzt.

Der Einzelhandel mit Lebensmitteln, Getränken und Tabakwaren setzte laut Bundesamt im Oktober im Vergleich zum Vorjahr nominal 3,8 und real 3,7 Prozent weniger um. In den Lebensmittelgeschäften mit einem breitem Sortiment wie Super- und Verbrauchermärkten sank der Umsatz ebenfalls um mehr als drei Prozent. Noch stärker fiel das Minus im Facheinzelhandel mit Lebensmitteln aus, zu dem zum Beispiel Getränkemärkte und Fischgeschäfte gehören. Hier wurden nominal 4,0 und real 5,5 Prozent weniger abgesetzt. Der Einzelhandel mit Gebrauchs- und Verbrauchsgütern verzeichnete einen Umsatzrückgang von rund 3 Prozent.

Nur der Facheinzelhandel mit kosmetischen, pharmazeutischen und medizinischen Produkten erzielte real ein Umsatzplus von 0,8 Prozent. Alle anderen Branchen blieben den Angaben zufolge unter dem Vorjahresergebnis, wobei der Versandhandel mit einem Rückgang von real 13 Prozent das größte Minus verzeichnete.

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