Wirtschaft



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11.12.2004
 

Klage

Krankenkassen sollen künstliche Befruchtungen finanzieren

Weil Krankenkassen die Kosten für künstliche Befruchtungen nicht mehr voll tragen, beschäftigen sich jetzt die Gerichte mit dem Thema. Mehr als ein Dutzend Ehepaare haben Klage eingereicht.

Künstliche Befruchtung: Mehr Mehrlinge
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AFP

Künstliche Befruchtung: Mehr Mehrlinge

Hamburg - Seit Januar zahlen die gesetzlichen Kassen nur noch die Hälfte der rund 2500 Euro teuren Behandlungen. Die Gesundheitsreform hat zudem den Kreis der Berechtigten und die Zahl der Behandlungszyklen eingeschränkt. Die Kläger sehen dadurch - wie ihr Berliner Anwalt Udo von Langsdorff dem SPIEGEL mitteilte - unter anderem den Kinderwunsch von Eltern und den Schutz von Ehe und Familie missachtet.

Die Kostenersparnis durch die Gesundheitsreform ist selbst nach Ansicht einiger Kassen kontraproduktiv. "Wir sollten nicht die demografische Entwicklung beklagen, sondern aktiv daran etwas ändern", sagt der Vorstandschef der Kaufmännischen Krankenkasse, Ingo Kailuweit, und argumentiert mit dem dramatischen Rückgang der Geburten.

Kamen im vergangenen Jahr immerhin 16.000 Kinder nach einer künstlichen Befruchtung zur Welt, werden es nach Berechnungen des Bundesverbands der Reproduktionsmedizinischen Zentren (BRZ) in diesem Jahr nur noch knapp 10.000 sein.

Der Vorsitzende der Vereinigung, Michael Thaele, erwartet zudem einen Anstieg der Mehrlingsgeburten um 36 Prozent, weil sich Frauen aus Kostengründen häufig drei statt zwei Embryonen pro Behandlungszyklus einsetzen lassen.

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