Wirtschaft



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13.12.2004
 

Häuslebauer in Not

Boom bei Zwangsversteigerungen

Mehr als 92.000 Immobilien sind 2004 versteigert worden, weil ihren Besitzern das Geld ausgegangen ist - so viele wie noch nie. Unübersehbar ist ein deutliches Nord-Süd-Gefälle bei den Zwangsversteigerungen.

Hamburg - Bundesweit steige Zahl der Versteigerungstermine an den deutschen Amtsgerichten um 0,7 Prozent auf 92.306 und übertreffe damit den Spitzenwert des Vorjahres, teilte der Ratinger Wirtschaftsverlag Argetra mit. Die Summe der Verkehrswerte erhöht sich um 4,4 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro. "In wirtschaftsschwachen Regionen finden Immobilien auch beim dritten oder vierten Termin keinen neuen Eigentümer." Der Argetra-Verlag erfasst monatlich die Versteigerungstermine an deutschen Amtsgerichten.

Eigenheime: Schuldennot in den Nordländer wächst
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Eigenheime: Schuldennot in den Nordländer wächst

Einige westliche Bundesländer fallen laut Verlag durch eine rückläufige Entwicklung bei den Zwangsversteigerungen auf, so Rheinland-Pfalz (minus 14 Prozent), Bayern (minus 7,9 Prozent), Baden-Württemberg (minus 7,8 Prozent), Hessen (minus 5,2 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 1,7 Prozent). Dagegen stieg die Zahl der Termine in Hamburg und Schleswig-Holstein um 17,7 Prozent, in Niedersachsen und Bremen um 6,8 Prozent.

Auch in den östlichen Bundesländern kamen erneut mehr Immobilien unter den Hammer: Sachsen und Thüringen legten um 8,6 Prozent zu, Berlin/Brandenburg um 5,3 Prozent und Sachsen-Anhalt/Mecklenburg-Vorpommern um 3,5 Prozent. Viele Objekte könnten dort selbst mit erheblichen Forderungsnachlässen nicht veräußert werden, hieß es. Durch Abschreibungsmodelle kam es laut Argetra in der Gründungseuphorie nach der politischen Wende zu einer "Überproduktion" von Gewerbe und Rendite-Objekten. Nicht mehr bediente Darlehen führten dann zur Zwangsversteigerung, eine Welle, die nur langsam abebbe.

Für jedes dritte Gewerbeobjekt gibt es laut Argetra beim ersten Versteigerungstermin keinen neuen Eigentümer, bei privat genutzten Objekten sei dies nur bei jedem fünften Termin der Fall. Bei rund 63 Prozent der Termine soll für Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen ein Käufer gefunden werden, die unter anderem wegen Ehescheidungen oder Erbstreitigkeiten veräußert werden müssen.

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