Essen - Für 2004 rechne das Institut mit ein Plus von 1,7 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt (BIP), teilte das RWI am Montag mit. Um den Effekt unterschiedlich vieler Feiertage bereinigt steige das Wachstum aber von 1,2 Prozent in diesem Jahr auf 1,5 Prozent 2005 an. Bei der bisher schwachen Binnenwirtschaft sehen die Essener Forscher Anlass für Hoffnung - hauptsächlich wegen anziehender Investitionen und einer besseren Konsumstimmung.
Dennoch bleibe Deutschland weiter stark von der Entwicklung der Weltwirtschaft abhängig. So könnte etwa eine weitere Abwertung des Dollar die deutschen Wachstumsaussichten erheblich eintrüben. "Nach wie vor ist die interne Dynamik zu gering, um einer ernsthaften außenwirtschaftlichen Störung viel entgegensetzen zu können", hieß es.
Noch im Juli hatte das RWI wegen der zu Jahresbeginn stark steigenden Exporte seine BIP-Prognose 2004 auf gut zwei Prozent und 1,8 Prozent im kommenden Jahr erhöht. Im Herbstgutachten gingen die führenden Forschungsinstitute für 2004 nur noch von einem BIP-Wachstum von 1,8 Prozent in diesem und von 1,5 Prozent im nächsten Jahr aus. Zuletzt hatte auch das Kieler IfW seine Erwartungen für das kommenden Jahr deutlich gesenkt.
4,5 Millionen Arbeitslose
Wegen des starken Euro rechnen die Essener Forscher auch in den kommenden Monaten nur mit einem eher moderaten Wachstum. Der Preisauftrieb werde sich voraussichtlich weiter beruhigen, "zumal der Preis für Rohöl inzwischen weiter fällt und sich keine Zweitrundeneffekte des Energiepreisanstiegs abzeichnen".
Die Lage am Arbeitsmarkt werde sich zunächst kaum nachhaltig bessern. "Unserer Einschätzung nach wird die registrierte Arbeitslosigkeit (2005) auf knapp 4,5 Millionen Personen im Jahresdurchschnitt ansteigen, was im Wesentlichen auf die Folgen von Hartz IV zurückzuführen ist", erklärte das RWI mit Blick auf die statistischen Effekte der Arbeitsmarktreform.
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