Berlin - Unternehmenssprecher Gunnar Meyer bestätigte am Freitag, dass die Bahn derzeit noch nicht ihre neuesten Züge einsetzen kann, die sie eigens für die Verbindung bestellt hatte. Zwischen den beiden Großstädten rollen deshalb weiter ICE-T-Züge der ersten Generation von 1999.
Meyer bestätigte damit einen Bericht des "Tagesspiegels". Die Zeitung hatte geschrieben, die bereits gelieferten neuen Züge würden derzeit auf anderen Strecken eingesetzt. Sie hätten bisher noch keine Zulassung für Tempo 230 - die Geschwindigkeit, die auf der Strecke Berlin-Hamburg erreicht werden soll.
Schuld an den Verzögerungen sei der Hersteller, so Meyer. Die Bahn habe von Siemens verlangt, aus ökonomischen und ökologischen Gründen das Gewicht der Mittelwagen bei den neuen ICEs zu reduzieren. Dies solle unter anderem Stromkosten für den Antrieb sparen. Siemens habe es bis Dezember aber nicht geschafft, die beanstandeten Mängel abzuarbeiten.
Die Probefahrten, die die fabrikneuen Züge absolvieren müssten, bevor das Eisenbahn-Bundesamt sie freigebe, seien noch nicht erfolgt. Damit rechne die Bahn jetzt im Februar. "Für unsere Kunden ändert sich aber gar nichts", sagte Meyer. "Der Fahrplan - in 90 Minuten von Berlin nach Hamburg - wird eingehalten." Die alten Züge nämlich, die derzeit auf der Strecke fahren, haben bereits die Zulassung für Tempo 230.
Für die Bahn-Kunden auf der Strecke hat die Lieferpanne auch Vorteile. In den neuen ICEs gibt es keinen Speisewagen mehr, sondern nur noch einen Bistrobereich.
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