Wirtschaft



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20.12.2004
 

Mehrweg-Hickhack

Handel will Pfandfreiheit für Import-Dosen

Im Gerangel um das Dosenpfand plant der Einzelhandel den nächsten Querschuss. Mehrere Supermarktketten wollen Dosen und Plastikflaschen ausländischer Hersteller bis zum Start des einheitlichen Rücknahmesystems Mitte 2006 ohne Pfand verkaufen. Die Bundesregierung spricht von einer "Chaos-Strategie".

Bierbüchsen: "Import-Dosen rollen an"
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AP

Bierbüchsen: "Import-Dosen rollen an"

Berlin - "Wir überlegen konkret, solche Getränke wieder einzulisten", sagte eine Sprecherin der Edeka-Gruppe dem "Handelsblatt". Der Handelsverband HDE bestätigte dem Bericht zufolge den Trend. "Die pfandfreien Import-Dosen rollen an", sagte ein Verbands-Sprecher der Zeitung. Es sei eine Frage von Tagen oder bestenfalls Wochen, bis diese in den Regalen stünden.

Bundesumweltminister Jürgen Trittin sagte der Zeitung, die Unternehmen planten eine "Chaos-Strategie". Er erwarte, dass die Bundesländer solche Versuche im Keim erstickten.

Der Bundesrat hatte am Freitag vereinfachte Regeln für das Dosenpfand beschlossen. Damit sollen die Rückgabe von Einweg-Verpackungen erleichtert und so genannte Insel-Lösungen abgeschafft werden. Dabei ist eine Übergangsfrist bis zum Frühjahr 2006 vorgesehen.

Das Pfand auf Bier, Wasser und Erfrischungsgetränke in Dosen und Einwegflaschen wird danach künftig einheitlich 25 Cent betragen und unabhängig von der Mehrwegquote gelten. Vom Pfand ausgenommen werden Milch, Säfte und Wein. Die EU-Kommission muss der Neuregelung noch zustimmen.

Bereits Ende vergangener Woche hatten mehrere Wirtschaftsverbände und Unternehmen erklärt, die neuer Verpackungsverordnung ändere nichts daran, dass das deutsche Dosenpfand laut Europäischem Gerichtshof ein Hemmnis für den innergemeinschaftlichen Handel in der EU darstellt. Als Folge könnten deshalb importierte Getränke in Einwegverpackungen wie Mineralwasser, Bier und kohlensäurehaltige Erfrischungsgetränke pfandfrei verkauft werden.

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