Berlin - Angesichts ohnehin niedriger Umsatzrenditen müssten die Unternehmen versuchen, "die mautbedingten Kostensteigerungen an ihre Kunden weiter zu reichen", erklärte Holger Wenzel, Geschäftsführer des Hauptverbands des Deutschen Einzelhandels in Berlin.
Verkehrsminister Stolpe hatte die Unternehmen erst am Wochenende davor gewarnt, die Lkw-Maut über Preiserhöhungen an den Verbraucher weiterzugeben. "Wir werden gemeinsam mit den Verbraucherverbänden beobachten, ob die Einführung der Maut als Vorwand für Preiserhöhungen missbraucht wird", sagte Stolpe der Zeitschrift "Super Illu". Selbst wenn man die Maut umlegen würde, käme man für die meisten Waren nur auf Bruchteile eines Cent.
Wenzel sagte dazu, der Verkehrsminister solle sich nicht in die Preisgestaltung der Unternehmen einmischen, sondern dies dem marktwirtschaftlichen Wettbewerb überlassen. Der besonders harte Wettbewerb im Einzelhandel sichere den Verbrauchern in Deutschland ein im europäischen Vergleich niedriges Preisniveau.
Eine zusätzliche Belastung wie die Lkw-Maut könne aber in vielen Fällen nur schwer kompensiert werden. Wie hoch die Preisanpassungen im Einzelfall ausfielen und ob sie sich überhaupt durchsetzen ließen, entscheide ganz alleine der Markt, der Preiserhöhungen enge Grenzen setze.
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