Hamburg - Vor dem Hintergrund des Treffens von Schröder (SPD) mit Russlands Präsidenten Wladimir Putin in Hamburg kritisierte der kanadische Anwalt, dass die Zerschlagung von Jukos als Thema von den Regierungskonsultationen ausgeklammert sei. Deutschland unterstütze durch seine Untätigkeit den Rechtsbruch in Russland.
Schröder wisse, wer hinter der Baikal Finance Group stecke, die am Vortag überraschend den wichtigsten Förderbetrieb von Jukos, Yuganskneftegas, ersteigert hatte, behauptet Amsterdam. Doch einer kritischen Haltung stünden Deutschlands Energieinteressen in Bezug auf Russland entgegen. Durch die Ignoranz von Rechtsgrundsätzen würden Barrieren für einen freien Handel errichtet.
In diesem Zusammenhang richtete der Anwalt, der auch den
inhaftierten und angeklagten Ex-Jukos-Oil-Vorstand Michail
Chodorkowskij vertritt, schwere Vorwürfe gegen die deutsche Finanzwirtschaft. So sei die Deutsche Bank
bereit gewesen, mit zehn
Milliarden Dollar die Zerschlagung von Jukos mitzufinanzieren. Er,
Amsterdam, sei selbst Zeuge einer der aggressivsten Firmenübernahmen
in der Geschichte gewesen.
Von der Bundesregierung und der Deutschen Bank gab es zunächst keine Stellungnahmen zu den Anschuldigungen.
Amsterdam arbeitet für die russische Menatep-Gruppe, die bis vor kurzem Mehrheitseigner des Ölriesen Jukos war. Chef von Menatep war Chodorkowskij, der wegen des Vorwurfs der Steuerhinterziehung sowie weiteren Anklagepunkten seit Monaten in Haft sitzt.
Nach Darstellung Amsterdams ist die russische Regierung bereit, jedes in ihrer Macht stehende Instrument zu nutzen, um Jukos zu vernichten. Darauf habe auch die Bundestagsabgeordnete und ehemalige deutsche Justizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) den Kanzler hingewiesen. Schröder jedoch habe ihren Bericht ignoriert. Damit werde für die Welt offenbar, wie durch Deutschland geltende Rechtsgrundsätze für die eigenen Interessen missachtet würden, sagte Amsterdam.
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