München - Vor allem in der Informations- und Kommunikationssparte stehe Siemens
vor besonders großen Herausforderungen, schrieb Pierer nach Angaben der IG Metall. In dem Bereich seien grundlegende Weichenstellungen notwendig, um die Zukunft nachhaltig zu sichern. "Mir ist bewusst, dass wir nicht immer ohne schmerzhafte Einschnitte auskommen", erklärte der Vorstandschef.
Bis Januar will der Konzern klären, wie es nach der Zusammenlegung des Mobilfunkbereichs ICM mit der Festnetzsparte ICN mit dem neuen Großbereich Com weitergeht. Dabei wird auch eine Trennung von der Handysparte nach zuletzt enttäuschenden Ergebnissen nicht ausgeschlossen.
Die Mobiltelefonie hatte 2003 einen Betriebsverlust von 152 Millionen Euro verbucht. Pierer hatte im November den Druck auf den schwächelnden Bereich erhöht. Gerade die Handysparte steht demnach auf dem Prüfstand und muss schleunigst überzeugende Konzepte liefern. Bestandsgarantien gab von Pierer nicht. Finanzvorstand Karl-Heinz Neubürger hatte später erklärt, dass Siemens im Januar entscheiden werde, ob die ertragsschwache Fertigung saniert, geschlossen oder verkauft würde. Auch eine Kooperation käme in Betracht.
Erst im Sommer hatten die Belegschaften an den Standorten Kamp-Lintfort und Bocholt längeren Arbeitszeiten und einem Lohnverzicht akzeptiert, um die Werke zu erhalten. Jetzt geht dort wieder die Angst vor Jobverlust um. "Die Braut wurde schön gemacht für einen Verkauf", fürchten Arbeitnehmervertreter.
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