Toulouse/Hamburg - Von Schlafkabinen an Bord ist die Rede, von Bars, Restaurants und Schönheitssalons - allerdings liegt die Entscheidung über die Ausstattung bei den Fluggesellschaften, die das Großraumflugzeug ordern. 139 Flieger wurden inzwischen bestellt. Singapore Airlines will den ersten A380 im Juni 2006 in Betrieb nehmen.
Airbus ließ aufwendige Tests durchführen, um die Bedürfnisse von Fluggästen so weit wie möglich berücksichtigen zu können. 1200 Vielflieger auf der ganzen Welt wurden befragt. Ergebnis: Alle wünschten sich mehr Bewegungsfreiheit. Deshalb biete der A380 den Passagieren mehr Platz als jedes andere Flugzeug, heißt es bei Airbus. Denn die Kabine sei um 49 Prozent größer als die der bisher größten Maschinen ? es würden aber nur 35 Prozent mehr Fluggäste untergebracht. Jeder Sitz habe außerdem zwei eigene Armlehnen.
Beauty Salons und Privatkabinen
Den Fluggästen - bis zu 656 in den bisherigen A380-Versionen - stehen zwei Ebenen zur Verfügung. In der unteren können Waschräume, Aufenthaltsräume für die Crew, Konferenzzentren und Ähnliches untergebracht werden - der Fantasie der Fluggesellschaften sind kaum Grenzen gesetzt. Nachgedacht wird auch über Schönheitssalons, Konferenzzentren und Privatkabinen für Erste-Klasse-Passagiere.
Der Chef der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic, die sechs A380-Maschinen bestellte, kündigte an, dass der Superflieger vor allem auf Langstrecken in die USA und nach Asien eingesetzt werden solle. Singapore Airlines, die zehn A380 kauften, wollen das Großraumflugzeug nach London, New York, Tokio und Hongkong fliegen lassen. Auch im Frachtbereich soll die Maschine eingesetzt werden: 17 sogenannte A380F wurden bereits geordert, unter anderem vom Paketdienst Federal Express und der US-Leasing-Gesellschaft ILFC.
Auch Piloten hoffen auf mehr Komfort
Der neue Airbus ist vor allem auf Langstreckenflüge eingerichtet: Er bewältigt eine Verbindung von etwa 15.000 Kilometern ohne Zwischenlandung. Das entspricht zum Beispiel der Strecke von Toulouse nach Perth an der australischen Westküste. Der A380 soll das Fliegen auch für die Piloten komfortabler machen. Das Cockpit befindet sich zwischen den beiden Ebenen, damit die Flugzeugführer ideale Sichtverhältnisse haben. In dem kleinen verglasten Raum ist es Airbus zufolge ruhiger als in anderen Flugzeugen. Bis zu acht Bildschirme und ein detailliertes Kartographie-System sollen den Piloten die Arbeit erleichtern und die Sicherheit stärken.
Listenpreis bei 280 Millionen Dollar
Zugleich betont der Flugzeughersteller, dass dank übereinstimmender Cockpit-Gestaltung, gleicher Verfahren und Flugeigenschaften Piloten nach nur minimaler zusätzlicher Schulung von anderen Airbus-Maschinen auf den A380 umsteigen können.
Airbus argumentiert darüber hinaus mit Kostenersparnissen von 15
bis 20 Prozent: Die Wartungskosten seien beim Superflieger
niedriger, hinzu komme geringerer Treibstoffverbrauch -
hochgerechnet auf die Zahl der Passagiere.
Neben Virgin und Singapore Airlines haben unter anderem Air
France, Qantas
(Australien) und Emirates Airlines (Dubai)
Kaufzusagen für das Flugzeug unterzeichnet. Die Lufthansa
hat 15 der
Großraumflugzeuge bestellt und will nicht ausschließen, dass noch
mehr dazu kommen könnten. Allerdings muss Airbus 250 der Flugzeuge
verkaufen, bis das Projekt schwarze Zahlen schreibt. Der A380 hat
einen Listenpreis von mehr als einer Viertelmilliarde Dollar.
Susanne Gabriel, AP
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