Essen - "Die Pleitewelle wird leider noch nicht abebben", sagte der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Hermann Franzen, der in Essen erscheinenden "Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung". Der Verband rechnet mit 5000 Pleiten im laufenden Jahr. Zwar werde sich der Jobverlust verlangsamen, dennoch würden weitere rund 10.000 Arbeitsplätze wegfallen, sagte Franzen.
Neben den Pleiten geht er von einer noch größeren Zahl stiller Geschäftsaufgaben aus: "Zum Beispiel, weil sich kein Nachfolger findet, der angesichts der schwierigen Situation bereit ist, den Laden weiterzuführen."
Der Verband rechnet nicht mit einer deutlichen Belebung der Konsumnachfrage. "Wir sind zufrieden, wenn wir 2005 beim Einzelhandelsumsatz bei plus minus Null rauskommen", sagte HDE-Geschäftsführer Holger Wenzel. "Den konjunkturellen Optimismus der Bundesregierung teilen wir derzeit in diesem Maße nicht."
Trotz harten Preiskampfs und Rabattschlachten hält HDE-Präsident Franzen Schlussverkäufe weiterhin für sinnvoll. Sie nutzten nicht nur den Verbrauchern, sondern auch den Einzelhändlern, weil sie die Menschen in die Einkaufsstraßen lockten. Auch wenn die Händler bei Nachlässen von bis zu 70 Prozent nichts mehr verdienten, seien Schlussverkäufe wichtig, um die Lager für neue Ware zu räumen.
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